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Beamtenbesoldung 2026: Erhöhungen, Tabellen und Besoldungsgruppen im Überblick

Veröffentlicht 17. Mai 2026 Aktualisiert 15. Juni 2026

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Beamte in Deutschland erhalten 2026 spürbare Gehaltserhöhungen. Bundesbeamten wurde zum 1. Mai 2026 eine umfassende Strukturreform der Besoldungstabellen umgesetzt, während Landesbeamte schrittweise am Tarifabschluss des TV-L vom Februar 2026 partizipieren. Dieser Artikel erklärt, wie die Beamtenbesoldung funktioniert, welche Besoldungsgruppen es gibt und wie hoch die Gehälter 2026 ausfallen.

Was bedeutet Besoldung bei Beamten?

Im Gegensatz zu Angestellten erhalten Beamte kein Gehalt, sondern eine sogenannte Besoldung. Die Besoldung ist gesetzlich geregelt und dient dem Zweck, Beamten eine amtsangemessene Alimentation zu sichern. Das bedeutet: Der Staat ist verfassungsrechtlich verpflichtet, seinen Beamten eine Bezahlung zu zahlen, die ihrem Amt, ihrer Verantwortung und ihrer Ausbildung entspricht und ihnen ermöglicht, ohne finanzielle Sorgen ihren Dienst zu leisten.

Die rechtlichen Grundlagen der Besoldung sind:

  • Für Bundesbeamte: das Bundesbesoldungsgesetz (BBesG)
  • Für Landesbeamte: die jeweiligen Landesbesoldungsgesetze
  • Verfassungsrechtliche Grundlage: Art. 33 Abs. 5 GG (hergebrachte Grundsätze des Berufsbeamtentums)

Die Besoldungsgruppen: Von A bis R

Die Beamtenbesoldung ist in Besoldungsordnungen und Besoldungsgruppen gegliedert:

Besoldungsordnung A (einfacher bis gehobener Dienst)

  • A 2 bis A 5: Einfacher Dienst (z. B. Amtsgehilfe, Postbote)
  • A 6 bis A 9: Mittlerer Dienst (z. B. Polizeibeamter, Zollangestellter)
  • A 9 bis A 13: Gehobener Dienst (z. B. Inspektor, Regierungsinspektor)
  • A 13 bis A 16: Höherer Dienst (z. B. Regierungsrat, Oberregierungsrat)

Besoldungsordnung B (leitende Beamte)

Die Besoldungsordnung B gilt für leitende Beamte mit besonderen Funktionen:

  • B 1 bis B 11: Von Abteilungsleiter bis Staatssekretär und vergleichbare Positionen

Besoldungsordnung R (Richter und Staatsanwälte)

  • R 1 bis R 10: Richter am Amtsgericht bis Präsident des Bundesgerichtshofs

Besoldungsordnung W (Professoren)

  • W 1 bis W 3: Juniorprofessoren, Universitätsprofessoren

Besoldungserhöhung 2026 für Bundesbeamte

Die Besoldung der Bundesbeamten wurde in zwei Schritten angepasst:

Erhöhung zum 1. April 2025

Zum 1. April 2025 wurden alle Bezüge der Bundesbeamten linear um 3,0 % angehoben. Dies entspricht dem Ergebnis der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst des Bundes (TVöD-Bund).

Strukturreform zum 1. Mai 2026

Zum 1. Mai 2026 trat eine weitreichende Strukturreform der Bundesbesoldungstabellen in Kraft. Die wichtigsten Änderungen:

  • Einheitliche Stufenabstände in allen Laufbahngruppen
  • Streichung der bisherigen Stufe 1 in allen Besoldungsgruppen - alle Beamten starten nun auf einer höheren Eingangsbesoldung
  • Deutlich angehobene Eingangsbesoldung insbesondere in den unteren Besoldungsgruppen
  • Ziel: Verfassungsrechtliche Anforderungen an die amtsangemessene Alimentation erfüllen, insbesondere nach mehreren Urteilen des Bundesverfassungsgerichts

Besoldungserhöhung 2026 für Landesbeamte

Für Landesbeamte gibt es keinen einheitlichen Gesetzentwurf. Jedes Bundesland muss den Tarifabschluss für Länder per eigenem Landesgesetz auf seine Beamten übertragen.

TV-L-Tarifabschluss Februar 2026

Am 14. Februar 2026 einigten sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und die Gewerkschaften auf einen neuen Tarifvertrag für die Länder (TV-L). Das Ergebnis:

  • Gestaffelte Entgelterhöhung von insgesamt 5,8 % über 27 Monate
  • Ab 1. April 2026: Steigerung um 2,8 % (mindestens 100 Euro)
  • Weitere Erhöhungen in 2027 und 2028

Unterschiedliche Umsetzung in den Bundesländern

Die zeitliche Umsetzung variiert stark:

  • NRW, Niedersachsen, Brandenburg: Ankündigung, das Tarifergebnis zeitnah ab April 2026 zu übertragen
  • Bayern: Beamte müssen bis 1. Oktober 2026 auf die Anpassung warten
  • Berlin: Trotz Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur verfassungswidrigen Berliner Besoldung warten Zehntausende Betroffene noch auf die Nachzahlung. Der Berliner Senat wird den angekündigten Gesetzentwurf nicht mehr vor der Sommerpause vorlegen.

Beispielgehälter Bundesbeamte 2026

Die folgenden Werte geben einen Überblick über die Grundgehälter ausgewählter Besoldungsgruppen ab 1. Mai 2026 (ohne Zulagen, Familienzuschlag etc.):

Einstiegsgehälter (Stufe 1/Eingangsstufe)

  • A 6 (mittlerer Dienst): ca. 2.600-2.700 Euro brutto/Monat
  • A 9 (gehobener Dienst): ca. 2.900-3.000 Euro brutto/Monat
  • A 13 (höherer Dienst): ca. 4.200-4.400 Euro brutto/Monat

Erfahrungsgehälter (höhere Stufen)

  • A 9 Endstufe: ca. 3.500-3.700 Euro brutto/Monat
  • A 13 Endstufe: ca. 5.200-5.500 Euro brutto/Monat
  • A 16: ca. 6.500-7.000 Euro brutto/Monat

Hinweis: Die genauen Werte hängen von der Laufbahngruppe, dem Bundesland (für Landesbeamte) und den individuellen Zulagen ab. Aktuelle Besoldungstabellen finden Sie auf oeffentlicher-dienst.info und beim Bundesministerium des Innern (BMI).

Zulagen und Sonderzahlungen neben der Besoldung

Neben dem Grundgehalt erhalten Beamte verschiedene Zulagen und Sonderzahlungen:

Familienzuschlag

Verheiratete Beamte und Beamte mit Kindern erhalten einen Familienzuschlag, der je nach Familienstand und Kinderzahl gestaffelt ist:

  • Verheiratete: Stufe 1 (ca. 150-180 Euro/Monat)
  • Pro Kind: zusätzliche Stufe (ca. 100-150 Euro/Kind/Monat)

Jährliche Sonderzahlung (Weihnachtsgeld)

Bundesbeamte erhalten eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von etwa 60-80 % eines Monatsbruttogehalts, je nach Besoldungsgruppe und Dienstzeit.

Stellenzulagen

Für besondere Tätigkeiten, Erschwernis oder Gefahren können Stellenzulagen gewährt werden, zum Beispiel für Polizeibeamte, Feuerwehr oder Flugpersonal.

Beihilfe statt Krankenversicherung

Beamte sind in der Regel privat krankenversichert. Der Staat zahlt eine Beihilfe (meist 50-80 % der Krankheitskosten), den Rest übernimmt die private Krankenversicherung. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu Angestellten, die gesetzlich oder privat versichert sind.

Beamtenversorgung: Die Pension statt Rente

Anstelle einer gesetzlichen Rente erhalten Beamte im Ruhestand eine Pension. Diese wird direkt aus dem Staatshaushalt finanziert und beträgt:

  • Nach 40 Dienstjahren: bis zu 71,75 % des letzten Grundgehalts
  • Ruhestands-Einkommensobergrenze: 71,75 % des Endgrundgehalts
  • Mindestversorgung für alle Beamten unabhängig von der Dienstzeit

Im Vergleich zur gesetzlichen Rente ist die Beamtenpension in der Regel höher, dafür zahlen Beamte keine gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträge.

Besoldungsreformen und Bundesverfassungsgericht

Die Beamtenbesoldung ist in Deutschland seit Jahren ein juristisch umkämpftes Thema. Das Bundesverfassungsgericht hat in mehreren Urteilen festgestellt, dass bestimmte Bundesländer ihre Beamten verfassungswidrig zu niedrig besoldeten:

  • Berlin: BVerfG stellte 2024 fest, dass die Berliner Besoldung verfassungswidrig zu niedrig ist. Eine Nachzahlung steht noch aus.
  • Bremen und Nordrhein-Westfalen: Ebenfalls Gegenstand von Verfahren zum Mindestabstandsgebot
  • Mindestabstandsgebot: Die Besoldung des untersten Besoldungsgrades muss mindestens 15 % über dem sozialhilferechtlichen Grundsicherungsniveau liegen - ein Grundsatz, der in manchen Ländern zeitweise verletzt wurde

FAQ zur Beamtenbesoldung 2026

Was ist der Unterschied zwischen Besoldung und Gehalt?

Gehalt erhalten Angestellte auf Basis eines Arbeitsvertrags, Besoldung erhalten Beamte aufgrund ihres öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses. Die Besoldung ist gesetzlich geregelt, nicht durch Tarifverträge verhandelt - aber Tarifabschlüsse werden oft auf Beamte übertragen.

Werden Bundesbeamte genauso erhöht wie Landesbeamte?

Nein. Bundesbeamte und Landesbeamte unterliegen unterschiedlichen Rechtsgrundlagen. Der Bund und die Länder können unabhängig voneinander die Besoldung anpassen, oft aber angelehnt an die jeweiligen Tarifabschlüsse (TVöD für Bund, TV-L für Länder).

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt als Beamter ohne Studium?

Im mittleren Dienst (ohne Studium, z. B. nach Ausbildung) beginnen Beamte ab Mai 2026 typischerweise in der Besoldungsgruppe A 6 oder A 7 mit einem Bruttoeinstiegsgehalt von ca. 2.600 bis 2.800 Euro monatlich, je nach Bundesland.

Wann bekommen Berliner Landesbeamte ihre rückwirkende Erhöhung?

Dies ist Stand Mai 2026 noch unklar. Der Berliner Senat hat angekündigt, einen Gesetzentwurf vorzulegen, aber nicht mehr vor der Sommerpause 2026. Betroffene sollten die Entwicklungen im Deutschen Beamtenbund (dbb) und Gewerkschaft ver.di verfolgen.

Wie hoch ist das Weihnachtsgeld für Bundesbeamte?

Bundesbeamte erhalten eine jährliche Sonderzahlung gemäß Bundesbesoldungsgesetz. Die Höhe richtet sich nach der Besoldungsgruppe und beträgt in der Regel zwischen 50 und 80 % eines Monatsbruttogehalts.

Werden Lehrergehälter auch erhöht?

Lehrerinnen und Lehrer sind Landesbeamte und unterliegen damit den Landesbesoldungsgesetzen. Ob und wann sie von der TV-L-Einigung 2026 profitieren, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. In den meisten Ländern werden Tarifabschlüsse auf vergleichbare Beamtengruppen übertragen.

Wo finde ich die aktuellen Besoldungstabellen?

Die aktuellen Bundesbesoldungstabellen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums des Innern (BMI) sowie auf spezialisierten Portalen wie oeffentlicher-dienst.info und oeffentlichen-dienst.de. Für Landesbeamte stellen die jeweiligen Landesfinanzministerien aktuelle Tabellen bereit.

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