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Georgetown: Hauptstadt von Guyana und Ursprung des Namens

Veröffentlicht 20. Juni 2025 Aktualisiert 15. Juni 2026

Georgetown ist die Hauptstadt und größte Stadt von Guyana, einem Staat im nördlichen Südamerika. Die Stadt liegt an der Atlantikküste, an der Mündung des Demerara-Flusses, und zählt im Stadtgebiet rund 128.000 Einwohner (2026). Ihr Name geht auf den britischen König Georg III. zurück und ist das Ergebnis einer wechselhaften Kolonialgeschichte, in der Briten, Franzosen und Niederländer abwechselnd die Kontrolle über die Region übernahmen.

Lage und heutige Bedeutung

Georgetown befindet sich im Nordosten Guyanas, in der Verwaltungsregion Demerara-Mahaica. Die Stadt liegt zum großen Teil unterhalb des Meeresspiegels und wird durch ein ausgeklügeltes System von Deichen und Entwässerungskanälen vor Überschwemmungen geschützt – ein Erbe der niederländischen Kolonialzeit. Als politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes beherbergt Georgetown die nationalen Regierungsinstitutionen, den wichtigsten Hafen sowie den Cheddi Jagan International Airport in unmittelbarer Nähe.

Bekannt ist Georgetown auch unter dem Beinamen „Gartenstadt der Karibik" – eine Bezeichnung, die auf die starke Begrünung der Stadt zurückgeht: Entlang breiter Alleen wachsen Flammenbäume und blühende Gehölze, und in den alten Entwässerungskanälen gedeihen Lotos und die Riesenseerose Victoria amazonica, die Nationalpflanze Guyanas.

Die Geschichte des Namens Georgetown

Der heutige Name der Stadt ist das Produkt mehrerer Umbenennungen innerhalb weniger Jahrzehnte – ein direktes Abbild der kolonialen Machtkämpfe um die Guianas.

Britische Gründung (1781)

Im Jahr 1781 nahmen britische Truppen die bis dahin unter niederländischer Kontrolle stehende Region Demerara ein und gründeten an der Flussmündung eine Siedlung. Diese erste britische Ansiedlung wurde zu Ehren von König Georg III. benannt – dem damals regierenden britischen Monarchen. Der Name Georgetown war damit von Beginn an ein Ausdruck kolonialer Loyalität gegenüber dem Königshaus.

Französische Zwischenherrschaft: La Nouvelle Ville (1782)

Bereits ein Jahr nach der britischen Gründung fiel die Region 1782 in französische Hände. Die Franzosen benannten die aufstrebende Siedlung in La Nouvelle Ville („Die neue Stadt") um und erklärten sie zur Hauptstadt ihrer kurzlebigen Kolonie. Dieser Name hielt sich jedoch nur wenige Jahre.

Niederländische Rückkehr: Stabroek (1784)

1784 gelang es den Niederländern, die Kontrolle über Demerara zurückzugewinnen. Sie benannten die Stadt in Stabroek um – zu Ehren von Nicolaas Geelvinck, Heer von Stabroek, der als Präsident der Niederländischen Westindien-Kompanie (WIC) eine einflussreiche Rolle spielte. Unter dem Namen Stabroek wurde die Stadt zum Regierungssitz der vereinten Kolonien Essequibo und Demerara ausgebaut. Die Niederländer hinterließen bleibende Spuren: Das Kanalsystem, die Deichanlage und das Straßenraster, das Georgetown bis heute prägt, stammt aus dieser Ära.

Die endgültige britische Umbenennung: Georgetown (1812)

Nach den Napoleonischen Kriegen übernahmen die Briten erneut dauerhaft die Kontrolle über die Region. Am 5. Mai 1812 wurde das gesamte Stadtgebiet – das sich von La Penitence bis Kingston erstreckte – offiziell in Georgetown umbenannt, wiederum zu Ehren von König Georg III. Damit kehrte der ursprüngliche britische Name zurück und setzte sich endgültig durch. Seit diesem Datum trägt die Stadt ihren heutigen Namen.

Von der Kolonialhauptstadt zur Nationalhauptstadt

1831 schlossen die Briten ihre verschiedenen Kolonien in der Region zur Kolonie Britisch-Guiana zusammen und erklärten Georgetown offiziell zur Hauptstadt dieser neuen Einheit. Die Stadt wuchs im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Handels- und Verwaltungszentrum heran.

Als Guyana am 26. Mai 1966 die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte, behielt Georgetown seinen Status als Hauptstadt. Der Name – Zeugnis britischer Kolonialherrschaft – blieb trotz der Unabhängigkeit unverändert. Anders als andere ehemals kolonisierte Länder entschied sich Guyana nicht für eine Umbenennung der Hauptstadt, was auch heute noch gelegentlich diskutiert wird.

Stadtbild: Koloniales Erbe in Holz und Stuck

Das Stadtbild Georgetowns ist von seiner Kolonialarchitektur geprägt. Die meisten historischen Gebäude sind aus Holz errichtet – eine Bauweise, die sich im tropischen Klima als praktisch erwies und das Stadtbild bis heute dominiert. Herausragende Beispiele sind:

  • Das Rathaus (City Hall, erbaut 1887–1889), mit reich verzierten Balkons und einem markanten Turm
  • das Regierungsgebäude (State House), das die britische Kolonialverwaltung zwischen 1829 und 1834 errichten ließ
  • die Kathedrale St. George, eine der höchsten Holzkirchen der Welt

Die Innenstadt gilt als architektonisch bedeutsam; ein Antrag auf UNESCO-Welterbe-Status liegt vor, wurde jedoch bis 2026 noch nicht abgeschlossen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Hauptstadt von Guyana?

Die Hauptstadt von Guyana ist Georgetown. Die Stadt liegt an der Atlantikküste an der Mündung des Demerara-Flusses und ist mit rund 128.000 Einwohnern (2026) zugleich die größte Stadt des Landes.

Warum heißt Georgetown so?

Georgetown trägt seinen Namen zu Ehren des britischen Königs Georg III. Die Briten gründeten die Siedlung 1781 und nannten sie nach dem damals regierenden Monarchen. Nach einer kurzen Phase unter französischer und niederländischer Herrschaft – in der die Stadt La Nouvelle Ville bzw. Stabroek hieß – benannten die Briten sie am 5. Mai 1812 endgültig in Georgetown um.

Wie hieß Georgetown früher?

Georgetown hatte in seiner Geschichte mehrere Namen: Die Briten nannten die Siedlung ab 1781 Georgetown, die Franzosen benannten sie 1782 in La Nouvelle Ville um, die Niederländer gaben ihr 1784 den Namen Stabroek – nach Nicolaas Geelvinck, Heer von Stabroek und Präsident der Niederländischen Westindien-Kompanie. Erst 1812 kehrten die Briten dauerhaft zum Namen Georgetown zurück.

Seit wann ist Georgetown die Hauptstadt von Guyana?

Georgetown ist seit 1831 Hauptstadt – zunächst der britischen Kolonie Britisch-Guiana. Als Guyana 1966 die Unabhängigkeit erlangte, behielt die Stadt ihren Hauptstadtstatus.

Warum wird Georgetown „Gartenstadt der Karibik" genannt?

Der Beiname bezieht sich auf die starke Begrünung der Stadt: Breite, baumbestandene Alleen, blühende Flammenbäume und historische Kanäle, in denen die Riesenseerose Victoria amazonica (Nationalpflanze Guyanas) wächst, geben Georgetown einen ungewöhnlich grünen Charakter für eine Hauptstadt.

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