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Basilius-Kathedrale Moskau: Die Kirche mit den bunten Kuppeln

Veröffentlicht 28. Juni 2025 Aktualisiert 15. Juni 2026

Welche Kathedrale in Moskau hat die bunten Kuppeln?

Wer an Moskau denkt, hat sofort ein Bild vor Augen: neun fantastisch verzierte Türme in leuchtendem Rot, Blau, Grün und Gelb, überragt von zwiebel­förmigen Kuppeln mit Spiralen, Sternen und Blütenmustern. Die Basilius-Kathedrale am Roten Platz – russisch Sobor Wasilija Blaschennogo – ist das bekannteste Wahrzeichen Russlands und gilt weltweit als eines der eindrucksvollsten Kirchengebäude überhaupt. Doch welche Kathedrale in Moskau hat eigentlich diese bunten Kuppeln, und warum sieht sie so aus, wie sie aussieht?

Welche Kathedrale in Moskau hat die bunten Kuppeln?

Welche Kathedrale hat die bunten Kuppeln?

Es ist die Kathedrale des Heiligen Basilius, offiziell: Kathedrale der Fürbitte der Gottesmutter (russisch: Pokrowski Sobor). Sie steht auf dem Roten Platz in Moskau, unmittelbar am Südende, nahe dem Moskwa-Ufer. Ihren geläufigen deutschen Namen trägt sie nach dem russischen Heiligen Basilius dem Seligen (Wassili Blashenni), einem Moskauer Gottesnarren, der im Volksglauben hohes Ansehen genoss und 1588 an dieser Stätte beigesetzt wurde – woraufhin man zu seinen Ehren eine zehnte Kapelle anfügte.

Kein anderes Bauwerk Moskaus besitzt vergleichbar bunte Kuppeln. Die Zwiebeltürme der Basilius-Kathedrale sind weltweit ein Alleinstellungsmerkmal.

Entstehung und historischer Hintergrund

Zar Iwan IV., bekannt als „Iwan der Schreckliche", ließ die Kirche zwischen 1555 und 1561 errichten. Anlass war der militärische Triumph über das Kasaner Khanat: Nach der Einnahme Kasans im Jahr 1552 gelobte Iwan, eine prächtige Gedächtniskirche zu bauen. Jeder der acht äußeren Türme steht symbolisch für eine Entscheidungsschlacht dieser Kampagne; der neunte, zentrale Turm überragt alle anderen.

Als Baumeister werden in russischen Quellen Barma und Postnik Jakowlew genannt – möglicherweise ein und dieselbe Person unter zwei Namen, möglicherweise zwei Architekten. Die Legende, Iwan habe die Erbauer blenden lassen, damit sie kein gleich schönes Gebäude für einen anderen Auftraggeber errichten könnten, gilt in der Forschung als nicht belegbar.

Die Kirche wurde am 12. Juli 1561 geweiht. Ihr ursprünglicher Name lautete Pokrowski Sobor – Kirche der Fürbitte – und bezog sich auf das orthodoxe Fest der Fürbitte der Gottesmutter, das auf den Tag des entscheidenden Angriffs auf Kasan fiel.

Architektur: Neun Türme, ein Ensemble

Das Bauwerk vereint neun eigenständige Kapellen unter einem Dach. Vier große und vier kleinere Türme sind um einen zentralen Pfeiler nach den Himmelsrichtungen angeordnet. Diese Komposition erzeugt den Eindruck eines festlichen Blumenstraußes oder eines üppig blühenden Gartens – was in der orthodoxen Symbolik mit dem Paradies gleichgesetzt wird.

Der zentrale Turm ist mit einem kegelförmigen Zeltdach bedeckt, während die acht umgebenden Türme die charakteristischen Zwiebelkuppeln tragen. Die Gesamthöhe beträgt rund 65 Meter. Im Inneren sind die einzelnen Kapellen relativ klein und mit reichen Fresken ausgestattet; die Konstruktion folgt dem russischen Kirchenbau des 16. Jahrhunderts, der keine riesigen Gemeindesäle, sondern viele kleine Kulträume vorsah.

Woher kommen die bunten Farben?

Überraschend für viele: Die Kathedrale war ursprünglich nicht bunt. Im 16. Jahrhundert war das Gebäude weiß verputzt mit goldenen Kuppeln – optisch passend zum weißen Stein des benachbarten Kremls. Farbe spielte in der Frühzeit keine Rolle.

Die Polychromie entstand schrittweise. Erste farbige Elemente lassen sich für das späte 17. Jahrhundert nachweisen, um 1670 erhielten die Kuppeln erste ornamentale Bemalungen. Im Laufe des 18. und frühen 19. Jahrhunderts verstärkte sich der Trend zu leuchtenden Farben, Mustern und Ornamenten. Die heute sichtbare Farbgestaltung – Spiralmuster, Sterne, Blüten und geometrische Formen in Rot, Blau, Grün, Gelb und Weiß – ist das Ergebnis mehrerer Restaurierungsphasen über Jahrhunderte hinweg.

Jede Kuppel ist individuell gestaltet: Keine gleicht der anderen in Muster oder Farbkombination. Diese bewusste Verschiedenheit macht das Ensemble besonders lebendig und unverwechselbar.

Bedrohungen und Überleben

Die Basilius-Kathedrale überstand mehrere existenzielle Bedrohungen. Als Napoleon Bonaparte 1812 Moskau besetzte, ordnete er die Sprengung der Kathedrale an. Ein plötzlicher Regen soll die Lunten gelöscht haben; das Gebäude blieb unversehrt.

Weit ernsthafter war die Bedrohung unter Josef Stalin. In den 1930er-Jahren plante der sowjetische Städtebau eine umfassende Neugestaltung des Roten Platzes für Militärparaden. Die Kathedrale störte als Hindernis für gepanzerte Fahrzeuge. Der Stadtplaner Lazar Kaganowitsch soll Stalin gegenüber ihre Abriss vorgeschlagen haben; Stalin antwortete angeblich mit dem Befehl, sie stehen zu lassen. Der Architekt Pjotr Baran trat schützend für das Bauwerk ein. 1936 wurde die Kathedrale als staatliches Museum eingetragen – was sie letztlich rettete.

Die Kathedrale heute

Seit 1990 gehört die Basilius-Kathedrale gemeinsam mit dem Kreml und dem Roten Platz zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wird vom Staatlichen Historischen Museum verwaltet und ist als Museum zugänglich; orthodoxe Gottesdienste finden in ihr nur zu besonderen kirchlichen Anlässen statt.

Jährlich besuchen rund 400.000 Menschen das Innere der Kathedrale. Auf dem Roten Platz selbst ist sie für jedermann kostenlos von außen zu besichtigen und gilt als meistfotografiertes Bauwerk Russlands. Restaurierungsarbeiten an den Fassaden und Kuppeln werden regelmäßig durchgeführt, um die Farbenpracht zu erhalten.

Im Zuge der geopolitischen Lage nach 2022 ist der Tourismus aus westlichen Ländern nach Moskau stark zurückgegangen; die Kathedrale selbst ist jedoch nach wie vor geöffnet und wird weiterhin gepflegt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Kathedrale in Moskau hat die bunten Kuppeln?

Es ist die Basilius-Kathedrale (russisch: Sobor Wasilija Blaschennogo) auf dem Roten Platz in Moskau. Ihre neun Zwiebeltürme mit leuchtend bunten Mustern in Rot, Blau, Grün und Gelb sind das bekannteste Wahrzeichen Russlands.

Warum sind die Kuppeln der Basilius-Kathedrale so bunt?

Die bunten Farben entstanden nicht von Anfang an: Ursprünglich war die Kathedrale weiß mit goldenen Kuppeln. Die polychrome Bemalung mit Spiralen, Sternen und Blütenornamenten entwickelte sich schrittweise ab dem späten 17. Jahrhundert und wurde im 18. und 19. Jahrhundert zur heutigen Form ausgebaut.

Wann wurde die Basilius-Kathedrale gebaut?

Die Kathedrale wurde zwischen 1555 und 1561 unter Zar Iwan IV. (Iwan dem Schrecklichen) errichtet. Sie sollte den Sieg über das Kasaner Khanat im Jahr 1552 feiern und wurde am 12. Juli 1561 geweiht.

Wie viele Kuppeln hat die Basilius-Kathedrale?

Die Kathedrale hat neun Türme mit Kuppeln: acht Zwiebelkuppeln um einen zentralen Zeltturm herum. Jede Kuppel ist einzigartig in Farbe und Muster gestaltet. Eine zehnte, schlichtere Kapelle wurde 1588 zu Ehren des Heiligen Basilius angebaut.

Ist die Basilius-Kathedrale ein UNESCO-Welterbe?

Ja. Die Basilius-Kathedrale ist seit 1990 zusammen mit dem Moskauer Kreml und dem Roten Platz in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen. Sie wird als Museum verwaltet und ist für Besucher zugänglich.

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