Museen und historische Gebäude in Ungarn: Die besten Ziele
Ungarn gehört zu den kulturell reichsten Ländern Mitteleuropas. Von der prächtigen Hauptstadt Budapest über mittelalterliche Burgstädte bis hin zu UNESCO-geschützten Klöstern bietet das Land eine dichte Sammlung historischer Stätten und Museen, die Besucher aus aller Welt anziehen. Wer Ungarn bereist, trifft auf Jahrhunderte Habsburger Barockpracht, osmanische Hinterlassenschaften, romanische Kirchenarchitektur und eine lebendige Volkskultur, die in ethnografischen Freilichtmuseen bis heute erlebbar ist.

Budapest: Kulturzentrum mit Weltniveau
Die ungarische Hauptstadt vereint auf beiden Seiten der Donau ein außergewöhnliches Angebot an Museen, historischen Bauwerken und architektonischen Meisterleistungen. Das Burgviertel auf dem Buda-Hügel steht seit 1987 auf der UNESCO-Welterbeliste.
Ungarisches Nationalmuseum
Das Ungarische Nationalmuseum (Magyar Nemzeti Múzeum) am Múzeum körút in Pest ist das älteste und bedeutendste historische Museum des Landes. 1802 gegründet, beherbergt es heute Dauerausstellungen zur Geschichte Ungarns von der Frühgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Besonders sehenswert ist die Sammlung zur Römerzeit in Pannonien sowie die Exponate rund um die Stephanskrone, das zentrale Symbol ungarischer Staatlichkeit.
Ungarische Nationalgalerie und Museum der Bildenden Künste
Im Königlichen Palast auf dem Burgberg ist die Ungarische Nationalgalerie untergebracht, die größte öffentliche Sammlung ungarischer Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Gegenüber auf dem Heldenplatz befindet sich das Museum der Bildenden Künste (Szépművészeti Múzeum), das europäische Meisterwerke von der Antike bis zum 19. Jahrhundert zeigt – darunter Gemälde von El Greco, Raphael und Rubens.
Das Ungarische Parlament
Das Ungarische Parlamentsgebäude (Országház) zählt zu den eindrucksvollsten neogotischen Bauwerken Europas und ist der drittgrößte Parlamentsbau der Welt. Erbaut zwischen 1885 und 1904 nach Plänen von Imre Steindl, überragt das Gebäude mit seiner 96 Meter hohen Kuppel das Donauufer auf der Pester Seite. Im Inneren befinden sich die ungarischen Kroninsignien, darunter die historische Stephanskrone. Führungen sind das ganze Jahr über möglich, außerhalb der Parlamentssitzungen auch in die Hauptkuppelhalle.
Fischerbastei und Matthiaskirche
Die Fischerbastei (Halászbástya) wurde zwischen 1895 und 1902 vom Architekten Frigyes Schulek im neoromanischen Stil errichtet und bietet einen der schönsten Panoramablicke über die Donau und Pest. Ihre sieben Türme symbolisieren die sieben magyarischen Stammesführer, die 895 die ungarische Heimat gründeten. Unmittelbar daneben steht die Matthiaskirche, eine der bedeutendsten gotischen Kirchen des Landes, die im 14. und 15. Jahrhundert erbaut und im 19. Jahrhundert von Schulek restauriert wurde. Beide Bauten befinden sich im Herzen des Burgbezirks.
Dohány-Straße-Synagoge
Die Große Synagoge in der Dohány-Straße ist die größte Synagoge Europas und fasst bis zu 3.000 Gläubige. Das 1859 eingeweihte Bauwerk im maurisch-byzantinischen Stil mit seinen 44 Meter hohen Türmen ist das religiöse und kulturelle Herzstück des ehemaligen jüdischen Viertels in Budapest. Auf dem angrenzenden Gelände befindet sich ein Gedenkpark mit einer Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust in Ungarn.
Stephansbasilika und Kettenbrücke
Die Stephansbasilika (Szent István-bazilika) ist die größte Kirche Budapests und mit ihrer 96 Meter hohen Kuppel eines der Wahrzeichen der Stadt. Sie birgt als bedeutendste Reliquie die mumifizierte rechte Hand des heiligen Stephan, des ersten ungarischen Königs. Die nahe gelegene Széchenyi-Kettenbrücke, 1849 fertiggestellt, war die erste dauerhafte Brückenverbindung zwischen Buda und Pest und gilt als Symbol der ungarischen Modernisierung im 19. Jahrhundert.
Freilichtmuseum Szentendre
Rund 20 Kilometer nördlich von Budapest liegt das Ethnografische Freilichtmuseum in Szentendre, auch Skanzen genannt. Mit 60 Hektar ist es das größte Freilichtmuseum Ungarns. Auf dem weitläufigen Gelände wurden historische Bauernhöfe, Handwerksbetriebe, Kirchen und Wohnhäuser aus verschiedenen Regionen Ungarns originalgetreu wieder aufgebaut. Das Museum vermittelt ein authentisches Bild des ländlichen Lebens vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert und ist besonders für Familien ein lohnendes Ausflugsziel.
Schloss Esterházy: Das ungarische Versailles
Im westungarischen Fertőd befindet sich das Schloss Esterházy (Esterháza), ein barockes Meisterwerk mit 126 Zimmern und einem über 300 Hektar großen Parkgelände. Das im 18. Jahrhundert im Auftrag der Fürstenfamilie Esterházy errichtete Schloss gilt als das prunkvollste Barockschloss Ungarns und wird deshalb häufig als „Ungarisches Versailles" bezeichnet. Berühmt ist das Schloss auch als langjähriger Wirkungsort des Komponisten Joseph Haydn, der hier als Hofkapellmeister tätig war. Heute beherbergt es Dauerausstellungen sowie regelmäßige Konzertveranstaltungen.
Burg und Barockstadt Eger
Die Stadt Eger im nordungarischen Mittelgebirge ist bekannt für ihre fast vollständig erhaltene barocke Innenstadt mit rund 200 historisch bedeutenden Bauten. Herausragendes Wahrzeichen ist die Burg Eger, die im 16. Jahrhundert zum Schauplatz eines legendären Widerstands gegen osmanische Truppen wurde. Innerhalb der Burgmauern befindet sich ein Burgmuseum mit archäologischen Funden und einer Ausstellung zur Stadtgeschichte. Ebenfalls sehenswert ist das einzige vollständig erhaltene osmanische Minarett nördlich der Donau, ein seltenes Zeugnis der osmanischen Besatzungszeit.
Pécs: Römer, Osmanen und Op-Art
Die südwestungarische Stadt Pécs vereint Sehenswürdigkeiten aus mehreren Epochen. Der frühchristliche Friedhof aus dem 4. Jahrhundert ist seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den bedeutendsten Denkmälern der Römerzeit nördlich der Alpen. Die imposante Kathedrale von Pécs mit ihrer romanisch-neoklassizistischen Fassade prägt das Stadtbild. Kulturinteressierte besuchen das Vasarely Museum, das dem in Pécs geborenen Begründer der Op-Art, Victor Vasarely, gewidmet ist, sowie das Csontváry Museum mit der weltweit größten Sammlung des postimpressionistischen Malers Tivadar Csontváry Kosztka.
Erzabtei Pannonhalma
Die Erzabtei Pannonhalma, rund 20 Kilometer südlich von Győr gelegen, ist seit über 1.000 Jahren Sitz eines benediktinischen Klosters und gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Die Anlage wurde um das Jahr 996 gegründet und gilt als eines der ältesten Klöster Ungarns. Besucher können die mittelalterliche Basilika, den romanischen Kreuzgang sowie die historische Bibliothek mit über 360.000 Bänden besichtigen. Die Erzabtei ist bis heute aktiv bewohnt, was ihr eine besondere Lebendigkeit verleiht. Ergänzend können Reisende den klostereigenen Weinberg erkunden – Pannonhalma liegt inmitten einer renommierten Weinbauregion.
Häufig gestellte Fragen
Welches Museum in Budapest ist am bedeutendsten?
Das Ungarische Nationalmuseum gilt als das bedeutendste historische Museum des Landes und zeigt die Geschichte Ungarns von der Vor- und Frühgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Kunstinteressierte sollten zudem die Ungarische Nationalgalerie im Burgpalast und das Museum der Bildenden Künste am Heldenplatz besuchen.
Welche UNESCO-Welterbestätten gibt es in Ungarn?
Ungarn verfügt über mehrere UNESCO-Welterbestätten, darunter das Burgviertel und die Donauufer in Budapest, die Erzabtei Pannonhalma, den frühchristlichen Friedhof in Pécs und die Naturlandschaft des Hortobágy-Nationalparks.
Lohnt sich ein Besuch des Schlosses Esterházy?
Ja, das Barockschloss Esterházy in Fertőd ist eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten außerhalb Budapests. Das als „Ungarisches Versailles" bekannte Anwesen mit 126 Zimmern, prachtvollen Innenräumen und einem weitläufigen Schlosspark ist auch wegen seiner Verbindung zu Joseph Haydn kulturhistorisch bedeutsam.
Was ist das Freilichtmuseum Szentendre?
Das Ethnografische Freilichtmuseum Szentendre (Skanzen) ist das größte Freilichtmuseum Ungarns. Auf 60 Hektar wurden historische Gebäude aus verschiedenen ungarischen Regionen originalgetreu rekonstruiert, darunter Bauernhöfe, Handwerksbetriebe und Dorfkirchen. Es liegt nur etwa 20 Kilometer nördlich von Budapest und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Kann man das Ungarische Parlament besichtigen?
Ja, das Ungarische Parlamentsgebäude kann das ganze Jahr über im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison: von April bis Oktober von 8 bis 18 Uhr, von November bis März von 8 bis 16 Uhr. Die Führungen bieten Einblick in die prachtvollen Innenräume und die ungarischen Kroninsignien.