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Victoriafälle: Die fünf Wasserfälle im Überblick

Veröffentlicht 28. Mai 2025 Aktualisiert 15. Juni 2026

Victoriafälle
Victoriafälle · Diego Delso · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia

Die Victoriafälle am Sambesi-Fluss an der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia zählen zu den beeindruckendsten Naturwundern der Erde. Was viele nicht wissen: Die berühmten Fälle bestehen nicht aus einem einzigen Wasserfall, sondern aus fünf eigenständigen Abschnitten, die gemeinsam einen bis zu 1.708 Meter breiten und bis zu 108 Meter hohen Wasservorhang bilden. Jeder dieser Abschnitte trägt einen eigenen Namen und weist charakteristische Merkmale auf.

Die fünf Abschnitte der Victoriafälle

Die Einteilung der Victoriafälle in fünf Bereiche folgt der geografischen Struktur des Sambesi, der sich vor dem Absturz in mehrere Strömungsarme aufteilt. Die Abschnitte sind von West (Simbabwe) nach Ost (Sambia) benannt und unterscheiden sich in Höhe, Breite und Wasserführung erheblich.

1. Teufelskatarakt (Devil's Cataract)

Der Teufelskatarakt bildet den westlichsten und kleinsten Abschnitt der Victoriafälle. Mit einer Fallhöhe von etwa 60 bis 70 Metern ist er zwar nicht der höchste, dafür aber der einzige Abschnitt, der das gesamte Jahr über Wasser führt – auch während der extremen Trockenzeit. Der Teufelskatarakt ist von der simbabwischen Seite aus gut einsehbar und liegt in unmittelbarer Nähe des berühmten Devil's Pool, eines natürlichen Felsbeckens direkt am Rand des Absturzes, das in der Trockenzeit von Schwimmern aufgesucht werden kann. Das Kata­rakt­gebiet wird durch die sogenannte Cataract Island von den Hauptfällen getrennt.

2. Hauptfälle (Main Falls)

Die Hauptfälle sind der größte und wasserreichste Abschnitt der Victoriafälle. Mit einer Höhe von rund 93 Metern und einer beträchtlichen Breite erzeugen sie den Löwenanteil des Wasserdampfs und Donnergeräuschs, das dem Naturwunder seinen lokalen Kololo-Namen Mosi-oa-Tunya – „Der Rauch, der donnert" – eingebracht hat. Die Hauptfälle sind vom Rain Forest Trail auf der simbabwischen Seite aus zu erleben, wo der aufsteigende Sprühnebel einen dauerhaften Regenwald entstehen ließ.

3. Hufeisenfälle (Horseshoe Falls)

Die Hufeisenfälle liegen östlich der Hauptfälle und verdanken ihren Namen ihrer halbmondförmigen, geschwungenen Abrisskante. Sie sind schmaler als die Haupt- oder Regenbogenfälle und bei hohem Wasserstand visuell kaum von den benachbarten Abschnitten zu trennen. Während der Regenzeit verschmelzen Hauptfälle und Hufeisenfälle oft optisch zu einem einzigen gewaltigen Vorhang.

4. Regenbogenfälle (Rainbow Falls)

Die Regenbogenfälle sind mit rund 108 Metern die höchsten der fünf Abschnitte und gelten damit als der spektakulärste Teil der Victoriafälle in Bezug auf die Fallhöhe. Ihren Namen verdanken sie dem fast permanenten Regenbogen, der im aufsteigenden Sprühnebel entsteht. Die Regenbogenfälle befinden sich noch auf der simbabwischen Seite und sind vom dortigen Aussichtspunkt Danger Point aus besonders eindrucksvoll zu sehen.

5. Östlicher Katarakt (Eastern Cataract)

Der Östliche Katarakt schließt die Victoriafälle auf der sambischen Seite ab. Er erreicht eine Fallhöhe von etwa 101 Metern und ist von Sambia aus erreichbar, unter anderem vom Knife Edge-Aussichtspunkt und vom Boiling Pot-Bereich. Im Gegensatz zu den westlicheren Abschnitten kann der Östliche Katarakt während der extremen Trockenzeit – insbesondere zwischen Oktober und Dezember – fast vollständig austrocknen.

Geografische Lage und Grenzziehung

Die Victoriafälle liegen exakt auf der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia. Die Staatsgrenze verläuft durch die Mitte des Sambesi, sodass die ersten vier Abschnitte (Teufelskatarakt, Hauptfälle, Hufeisenfälle, Regenbogenfälle) hauptsächlich von der simbabwischen Seite zugänglich sind, während der Östliche Katarakt dem sambischen Gebiet zugeordnet wird. Beide Länder unterhalten eigene Nationalparks: Victoria Falls National Park (Simbabwe) und Mosi-oa-Tunya National Park (Sambia). Das gesamte Gebiet ist seit 1989 als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt.

Saisonale Veränderungen und Wasserstand

Die Erscheinungsform der einzelnen Abschnitte ändert sich je nach Jahreszeit dramatisch. Der Sambesi erreicht seinen Höchststand in der Regenzeit zwischen Februar und April; in dieser Phase führen alle fünf Abschnitte Wasser in voller Breite, und der Sprühnebel ist aus bis zu 50 Kilometern Entfernung sichtbar. Zwischen Oktober und Dezember, auf dem Höhepunkt der Trockenzeit, kann der Wasserstand so weit fallen, dass der Östliche Katarakt und die Hufeisenfälle nahezu austrocknen und nur der Teufelskatarakt zuverlässig Wasser führt. Der Teufelskatarakt gilt damit als das „Herz" der Fälle, das nie stillsteht.

Abmessungen auf einen Blick

  • Gesamtbreite: ca. 1.708 Meter
  • Größte Fallhöhe: 108 Meter (Regenbogenfälle)
  • Höchste Wasserführung: Hauptfälle (Regenzeit)
  • Ganzjährig aktiv: Teufelskatarakt
  • Sambischer Abschnitt: Östlicher Katarakt
  • Simbabwische Abschnitte: Teufelskatarrakt, Hauptfälle, Hufeisenfälle, Regenbogenfälle

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Wasserfälle gehören zu den Victoriafällen?

Die Victoriafälle bestehen aus fünf eigenständigen Abschnitten: dem Teufelskatarakt, den Hauptfällen, den Hufeisenfällen, den Regenbogenfällen und dem Östlichen Katarakt.

Welcher der Victoriafälle ist am höchsten?

Die Regenbogenfälle (Rainbow Falls) sind mit rund 108 Metern der höchste Abschnitt der Victoriafälle.

Welcher Abschnitt führt das ganze Jahr über Wasser?

Der Teufelskatarakt (Devil's Cataract) ist der einzige Abschnitt, der auch in der extremen Trockenzeit zuverlässig Wasser führt.

Auf welcher Seite liegen die Victoriafälle – Sambia oder Simbabwe?

Die Victoriafälle liegen auf beiden Seiten der Grenze. Die meisten Abschnitte (Teufelskatarakt, Hauptfälle, Hufeisenfälle, Regenbogenfälle) sind von Simbabwe aus zugänglich; der Östliche Katarakt liegt auf sambischer Seite.

Sind die Victoriafälle ein UNESCO-Welterbe?

Ja. Das Gebiet „Mosi-oa-Tunya / Victoria Falls" wurde 1989 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen und umfasst die Nationalparks beider Länder.

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