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Niagara-Fluss: Der Fluss hinter den weltberühmten Fällen

Veröffentlicht 1. Mai 2025 Aktualisiert 15. Juni 2026

Welcher Fluss führt zu den berühmten Niagarafällen?

Die weltberühmten Niagarafälle werden vom Niagara-Fluss (englisch: Niagara River) gespeist. Dieser kurze, aber wasserreiche Fluss verbindet zwei der Großen Seen Nordamerikas miteinander und bildet gleichzeitig die Staatsgrenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Wer die Niagarafälle besucht oder sich für ihre Entstehung interessiert, kommt am Niagara-Fluss nicht vorbei.

Welcher Fluss führt zu den berühmten Niagarafällen?

Vom Eriesee zum Ontariosee: Der Verlauf des Niagara-Flusses

Der Niagara-Fluss entspringt am östlichen Ende des Eriesees und mündet nach etwa 56 Kilometern in den Ontariosee, von wo aus das Wasser über den Sankt-Lorenz-Strom schließlich in den Atlantik gelangt. Auf diesem vergleichsweise kurzen Weg überwindet der Fluss einen Höhenunterschied von rund 99 Metern – ein Gefälle, das die Entstehung der Niagarafälle erst ermöglichte.

Der Fluss markiert die Grenze zwischen der kanadischen Provinz Ontario im Westen und dem US-Bundesstaat New York im Osten. Beide Seiten des Flusses sind bewohnt und touristisch erschlossen: Auf kanadischer Seite liegt die Stadt Niagara Falls (Ontario), auf amerikanischer Seite die gleichnamige Stadt Niagara Falls (New York).

Wo genau befinden sich die Niagarafälle?

Etwa auf halber Strecke des Niagara-Flusses, rund 27 Kilometer von der Mündung in den Eriesee entfernt, stürzt das Wasser über die Niagarafälle. Diese bestehen aus drei einzelnen Wasserfällen:

  • Horseshoe Falls (Hufeisenfälle): Der größte und bekannteste Abschnitt auf kanadischer Seite, mit einer Breite von rund 670 Metern und einer Fallhöhe von etwa 57 Metern.
  • American Falls: Auf US-amerikanischer Seite gelegen, rund 260 Meter breit.
  • Bridal Veil Falls: Ein kleinerer Wasserfall, ebenfalls auf amerikanischer Seite, durch die Goat Island von den American Falls getrennt.

Die Goat Island teilt den Fluss unmittelbar oberhalb der Fälle in zwei Arme und trennt so die kanadischen von den amerikanischen Wasserfällen.

Wassermenge und Durchfluss

Der durchschnittliche Abfluss des Niagara-Flusses beträgt rund 5.750 Kubikmeter pro Sekunde. Während der touristischen Hauptzeiten am Tag stürzen mindestens 2.832 m³/s über die Felsenkante der Fälle – das entspricht mehr als 168.000 Kubikmetern pro Minute. Die Niagarafälle gelten damit als die wasserreichsten Fälle Nordamerikas und zählen nach Durchflussmenge zu den bedeutendsten der Welt.

Ein Teil des Wassers wird jedoch bereits vor den Fällen über ein Stauwehr abgeleitet und dient der Stromerzeugung. Die Wasserkraftanlagen auf beiden Seiten der Grenze erzeugen zusammen über 4 Millionen Kilowatt elektrische Leistung – genug, um Millionen von Haushalten zu versorgen. Nachts und in den Wintermonaten wird der Wasseranteil, der über die Fälle fließt, auf ein vertraglich vereinbartes Minimum reduziert.

Entstehung des Flusses und der Fälle

Die heutige Form des Niagara-Flusses und seiner Wasserfälle ist eine direkte Folge der letzten Eiszeit. Vor etwa 10.000 Jahren zog sich der Gletscher der Wisconsin-Vereisung zurück und hinterließ riesige Schmelzwassermengen, die die Becken der Großen Seen füllten. Das überfließende Wasser begann, sich seinen Weg über die Gesteinsschichten zu bahnen – der Niagara-Fluss und seine Fälle entstanden.

Seitdem verlagern sich die Fälle durch Erosion langsam flussaufwärts in Richtung Eriesee. In den vergangenen 10.000 Jahren haben sie sich so bereits um rund 10,9 Kilometer zurückgefressen. Die aktuelle Erosionsrate liegt bei etwa 30 Zentimetern pro Jahr – deutlich geringer als die historischen 1 bis 1,5 Meter jährlich, was auf gezielte Schutzmaßnahmen und die Entnahme eines Teils des Wassers für die Stromerzeugung zurückzuführen ist.

Bedeutung des Niagara-Flusses heute

Der Niagara-Fluss ist weit mehr als der Zubringer zu einem Touristenmagneten. Er spielt als Trinkwasserquelle, als Energieproduzent und als Lebensraum für zahlreiche Tierarten eine wichtige ökologische Rolle in der Region. Gleichzeitig ist er ein Symbol für die enge Verbindung zwischen Kanada und den USA: Ein internationales Abkommen von 1950 – der Niagara Treaty – regelt bis heute, wie viel Wasser jedem Land für Turbinen und Tourismus zusteht.

Jährlich besuchen mehrere Millionen Menschen die Fälle – von beiden Seiten der Grenze, zu Fuß, per Boot oder sogar aus der Luft. Der Niagara-Fluss bleibt damit einer der meistbesuchten Naturschauplätze der Welt.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Fluss führt zu den Niagarafällen?

Die Niagarafälle werden vom Niagara-Fluss (Niagara River) gespeist. Dieser Fluss verbindet den Eriesee mit dem Ontariosee und bildet auf einer Länge von etwa 56 Kilometern die Grenze zwischen Kanada und den USA.

Woher kommt das Wasser der Niagarafälle?

Das Wasser stammt ursprünglich aus dem Eriesee, der seinerseits von den oberen Großen Seen (Huron, Michigan, Superior) gespeist wird. Der Eriesee ist damit das direkte Quellreservoir des Niagara-Flusses und der Fälle.

Wie viele Wasserfälle haben die Niagarafälle?

Die Niagarafälle bestehen aus drei Wasserfällen: den Horseshoe Falls (auf kanadischer Seite), den American Falls und den Bridal Veil Falls (beide auf US-amerikanischer Seite). Die Horseshoe Falls sind dabei der größte und wasserreichste Abschnitt.

Verschieben sich die Niagarafälle?

Ja, durch Erosion verlagern sich die Fälle langsam flussaufwärts Richtung Eriesee. Aktuell beträgt die Rückverlegung etwa 30 Zentimeter pro Jahr. In den vergangenen 10.000 Jahren haben sich die Fälle insgesamt rund 10,9 Kilometer zurückgefressen.

Kann man die Niagarafälle von beiden Ländern aus sehen?

Ja. Da der Niagara-Fluss die Grenze zwischen Kanada (Ontario) und den USA (New York) bildet, sind die Fälle von beiden Seiten zugänglich. Der Blick von der kanadischen Seite auf die Horseshoe Falls gilt dabei als der panoramischste und spektakulärste.

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