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Wer schrieb Faust? Johann Wolfgang von Goethe als Autor

Veröffentlicht 27. Januar 2025 Aktualisiert 15. Juni 2026

Wer ist der Autor von Faust, dem Meisterwerk der Literatur?

Das Werk, das als Krönung der deutschen Literatur gilt, trägt einen einzigen Namen: Johann Wolfgang von Goethe. Er ist der Autor von Faust. Eine Tragödie — jenes zweiteiligen dramatischen Gedichts, an dem er rund 64 Jahre seines Lebens arbeitete und das bis heute als das bedeutendste Werk deutschsprachiger Literatur überhaupt angesehen wird. Kein anderes Werk der deutschsprachigen Dichtung hat die Weltliteratur so nachhaltig geprägt.

Wer ist der Autor von Faust, dem Meisterwerk der Literatur?

Johann Wolfgang von Goethe — wer war der Autor?

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren und starb am 22. März 1832 in Weimar. Er gilt als der bedeutendste Dichter und Denker der deutschen Klassik. Sein Werk umfasst Lyrik, Dramen, Romane, naturwissenschaftliche Abhandlungen und autobiographische Schriften. Neben seiner literarischen Tätigkeit wirkte er jahrzehntelang als Staatsminister am Weimarer Hof unter Herzog Carl August.

Goethe studierte zunächst Rechtswissenschaften in Leipzig und Straßburg, wandte sich jedoch früh der Literatur zu. Mit dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers (1774) erlangte er noch als junger Mann europaweiten Ruhm. Doch das Werk, das ihn am stärksten beschäftigte und das er selbst als sein Hauptwerk betrachtete, war stets der Faust.

Entstehungsgeschichte: 64 Jahre an einem Werk

Die Entstehung des Faust ist in der Literaturgeschichte beispiellos. Goethe begann die ersten Entwürfe in den Jahren 1772 bis 1775, also in seiner Jugend während der Sturm-und-Drang-Periode. Diese frühen Texte, die erst posthum 1887 entdeckt und veröffentlicht wurden, sind unter dem Namen Urfaust bekannt. Sie zeigen ein ungestümes, fragmentarisches Werk — roh, leidenschaftlich, noch ohne metaphysische Rahmung.

1790 erschien eine erste gedruckte Teilfassung unter dem Titel Faust. Ein Fragment. Es war kein vollständiges Werk, sondern ein Zwischenschritt. Erst auf Drängen seines Freundes Friedrich Schiller nahm Goethe das Werk ab 1797 wieder systematisch auf. Der Austausch zwischen den beiden Schriftstellerfreunden gilt als entscheidender Impuls für die Fertigstellung des ersten Teils.

Im Jahr 1808 erschien schließlich Faust. Der Tragödie erster Teil — das Werk, das heute im Mittelpunkt des Schulunterrichts steht und als meistgelesener Teil gilt. Den zweiten Teil vollendete Goethe erst kurz vor seinem Tod. Faust. Der Tragödie zweiter Teil erschien 1832 — wenige Monate nachdem Goethe am 22. März desselben Jahres gestorben war. Er hatte das Manuskript versiegelt und verfügt, es erst nach seinem Tod zu veröffentlichen.

Die Uraufführung und frühe Rezeption

Obwohl der erste Teil seit 1808 im Druck vorlag, dauerte es zwei Jahrzehnte, bis das Werk auf einer Bühne zu erleben war. Die Uraufführung fand am 19. Januar 1829 im Hoftheater in Braunschweig statt — drei Jahre vor Goethes Tod. Die aufgeführte Fassung war allerdings stark bearbeitet: kirchenkritische Szenen und anzügliche Passagen wurden gestrichen, der Handlungsablauf erheblich verändert. Noch im selben Jahr folgten Aufführungen in Weimar, Leipzig, Dresden und Frankfurt am Main, jedoch ebenfalls unter Zensurbedingungen.

Die vollständige, ungekürzte Bühnenrealisierung blieb zunächst eine Herausforderung, der sich das Theater erst im Laufe des 19. Jahrhunderts zu stellen wagte.

Der Stoff: Faust als historische und literarische Figur

Goethe erfand den Fauststoff nicht. Er griff auf eine bereits bestehende, volkstümliche Überlieferung zurück: die Legende des Dr. Johann Georg Faust, eines historischen Alchemisten und Scharlatans des 16. Jahrhunderts, der angeblich einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte. Bereits 1587 erschien die Historia von D. Johann Fausten als gedrucktes Volksbuch, und der englische Dramatiker Christopher Marlowe griff den Stoff im selben Jahrhundert für sein Drama Doctor Faustus auf.

Goethe verwandelte diese volkstümliche Überlieferung in etwas völlig Neues: ein philosophisches Weltgedicht über die menschliche Sehnsucht nach Erkenntnis, Transzendenz und Erfüllung. Sein Faust ist kein bloßer Zauberer, sondern ein rastloser Intellektueller, der an den Grenzen des Wissens verzweifelt und sich aus diesem Scheitern heraus dem Teufel verschreibt.

Inhalt und Themen im Überblick

Im Mittelpunkt steht der Gelehrte Heinrich Faust, der trotz umfassenden Wissens innerlich leer und unerfüllt ist. Er schließt einen Pakt mit Mephistopheles: Wenn Faust einen Moment erlebt, in dem er sagt „Verweile doch! Du bist so schön", hat der Teufel gewonnen und Fausts Seele gehört ihm.

  • Faust I zeigt vor allem die tragische Liebesgeschichte zwischen Faust und dem einfachen Bürgermädchen Gretchen (Margarete), die durch Fausts Begehren ins Verderben geführt wird.
  • Faust II ist wesentlich abstrakter und allegorischer: Faust erlebt Abenteuer an antiken Höfen, erschafft den künstlichen Menschen Homunculus und versucht schließlich, durch nützliche Tat — die Gewinnung von Land aus dem Meer — Erfüllung zu finden.

Das Werk endet nicht mit Fausts Verdammnis, sondern mit seiner Erlösung: Weil er stets strebend sich bemüht hat, wird er von Engeln in den Himmel getragen. Der berühmte Vers „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen" gilt als Kernaussage des gesamten Werkes.

Goethes Faust in der Weltliteratur

Kein anderes deutschsprachiges Werk wurde häufiger übersetzt, verfilmt, vertont und auf der Bühne inszeniert. Charles Gounods Oper Faust (1859), Hector Berlioz' La Damnation de Faust (1846) und Thomas Manns Roman Doktor Faustus (1947) sind nur einige Beispiele für die weltweite Ausstrahlungskraft des Stoffs.

In Deutschland gehört Faust seit Generationen zum Pflichtkanon der schulischen Bildung. Zitate wie „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum" oder „Das also war des Pudels Kern!" sind ins kollektive Gedächtnis übergegangen.

Bis heute erscheinen jährlich neue Kommentarausgaben, wissenschaftliche Studien und Bühneninterpretationen. Goethes Faust ist kein museumsreifes Denkmal, sondern ein lebendiger Text, der immer neue Lesarten ermöglicht und provoziert.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist der Autor von Faust?

Der Autor von Faust ist Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), der bedeutendste Dichter der deutschen Klassik. Er arbeitete rund 64 Jahre an dem Werk, das er als sein Hauptwerk betrachtete.

Wann wurde Faust geschrieben und veröffentlicht?

Die ersten Entwürfe entstanden um 1772. Faust I erschien 1808, Faust II wurde 1832 posthum veröffentlicht — kurz nach Goethes Tod im selben Jahr.

Wann fand die Uraufführung von Faust statt?

Die Uraufführung fand am 19. Januar 1829 im Hoftheater in Braunschweig statt — allerdings in einer stark zensierten und bearbeiteten Fassung.

Hat Goethe den Fauststoff erfunden?

Nein. Goethe griff auf eine bereits bestehende Volkssage zurück, die auf den historischen Alchemisten Dr. Johann Georg Faust (16. Jahrhundert) zurückgeht. Bereits 1587 gab es ein gedrucktes Volksbuch zu dieser Figur. Goethe verwandelte den Stoff jedoch in ein philosophisches Weltgedicht.

Warum gilt Faust als das wichtigste Werk der deutschen Literatur?

Faust verbindet philosophische Tiefe mit dramatischer Kraft und lyrischer Schönheit. Es behandelt universelle Themen wie Wissensdurst, Schuld, Erlösung und die Grenzen des Menschen — und ist dabei sprachlich so reich, dass es bis heute als Maßstab der deutschen Dichtung gilt.

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