Benzinpreise 2026: wann günstig tanken und wie Sie sparen
Im Mai 2026 zahlen Autofahrer in Deutschland im Schnitt 1,976 Euro pro Liter Super E10 und 2,063 Euro pro Liter Diesel. Diese Preise gelten ab dem 1. Mai 2026, nachdem die Bundesregierung die Energiesteuer befristet für zwei Monate um 14,04 Cent pro Liter gesenkt hat. Vor der Senkung lagen die Preise noch bei 2,106 Euro für E10 und 2,196 Euro für Diesel. Trotz Rabatt bleibt Tanken teuer, denn der CO2-Preis steigt 2026 weiter und schlägt mittlerweile mit bis zu 18,6 Cent pro Liter Benzin und 20,5 Cent pro Liter Diesel zu Buche. Wer jetzt clever tankt, kann pro Tankfüllung 5 bis 15 Euro sparen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie.
Aktuelle Benzinpreise im Mai 2026
Der ADAC veröffentlicht täglich aktuelle Durchschnittspreise auf Basis der Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe. So sehen die Preise zu Beginn des Monats Mai 2026 aus:
- Super E10: rund 1,976 Euro pro Liter
- Super E5 (Super 95): rund 2,03 bis 2,04 Euro pro Liter (etwa 5 bis 6 Cent teurer als E10)
- Diesel: rund 2,063 Euro pro Liter
- Super Plus (98): meist über 2,15 Euro pro Liter
Direkt vor dem Tankrabatt am 30. April waren die Preise mit über 2,10 Euro für E10 noch deutlich höher. Die Senkung der Energiesteuer um 14,04 Cent kam zusammen mit der reduzierten Mehrwertsteuer auf einen rechnerischen Effekt von rund 17 Cent pro Liter. Tankstellen geben die Senkung jedoch nicht immer vollständig weiter: Laut ADAC waren am Vormittag des 1. Mai erst etwa 10 bis 11 Cent beim Verbraucher angekommen.
Warum sind die Preise gerade jetzt so hoch? Mehrere Faktoren wirken zusammen. Anfang Mai fällt der Brückentag und der Beginn der Reisesaison — die Nachfrage steigt. Hinzu kommen die Förderpolitik der OPEC+, schwankende Rohölpreise und ein vergleichsweise schwacher Euro gegenüber dem US-Dollar, in dem Rohöl gehandelt wird. Auch die internationale Lage und die Auswirkungen der Klimaschutzgesetze treiben die Preise nach oben.
Wie sich der Spritpreis 2026 zusammensetzt
Wer einmal nachvollzieht, wofür sein Geld an der Zapfsäule eigentlich draufgeht, versteht die Preise besser. Bei einem Liter Super E10 für rund 1,98 Euro entfallen mehr als die Hälfte auf Steuern und Abgaben. Bei Diesel sind es etwa 43 Prozent.
| Bestandteil | Super E10 | Diesel |
|---|---|---|
| Energiesteuer (regulär) | 65,45 Cent | 47,04 Cent |
| Befristete Senkung Mai/Juni 2026 | −14,04 Cent | −14,04 Cent |
| CO2-Aufschlag (inkl. MwSt) | bis 18,6 Cent | bis 20,5 Cent |
| Mehrwertsteuer (19 %) | auf Gesamtpreis | auf Gesamtpreis |
| Produktkosten + Marge Tankstelle | Restbetrag | Restbetrag |
Die Energiesteuer ist ein fester Betrag pro Liter und macht den größten Anteil aus. Die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent wird auf den gesamten Preis einschließlich aller anderen Steuern erhoben — eine Steuer auf Steuern, die jede Preissteigerung verstärkt.
Der CO2-Preis stieg 2026 deutlich. Er liegt jetzt zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2, und ab 2026 wird er nicht mehr starr festgelegt, sondern versteigert. Gegenüber 2025 entspricht das laut ADAC einem zusätzlichen Aufschlag von 2,9 Cent pro Liter Benzin und 3,2 Cent pro Liter Diesel. Bei einem Mittelwert von 60 Euro pro Tonne kostet Benzin etwa 17 Cent mehr und Diesel rund 19 Cent mehr pro Liter, als das ohne CO2-Abgabe der Fall wäre.
Hinzu kommen die Produktkosten (Rohöl, Raffinerie, Logistik) und die Marge der Tankstelle. Die Margen schwanken stark — an Orten mit wenig Wettbewerb (Autobahnen, Landgemeinden ohne freie Tankstellen) liegen sie deutlich höher. Das ist ein Grund, warum derselbe Tag und dieselbe Lieferung an verschiedenen Tankstellen 30 Cent pro Liter Unterschied bedeuten kann.
Ein weiterer Faktor 2026: Die THG-Quote (Treibhausgasminderungs-Quote) zwingt Mineralölkonzerne, einen wachsenden Anteil Biokraftstoff oder synthetische E-Fuels beizumischen. Diese Vorgaben steigen jährlich und treiben die Produktkosten von Diesel etwas stärker als die von Benzin nach oben.
Beste Uhrzeit zum Tanken: was sich 2026 geändert hat
Eine wichtige Neuerung: Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen den Preis nur noch einmal täglich erhöhen, und zwar um Punkt 12 Uhr mittags. Preissenkungen sind weiterhin jederzeit möglich. Diese Regelung soll extreme Preissprünge verhindern.
Für Verbraucher hat das die günstigsten Tankzeiten verschoben. Die aktuelle ADAC-Auswertung zeigt:
- Kurz vor 12 Uhr mittags ist Tanken jetzt am günstigsten — die Preise liegen am deutlichsten unter dem Tagesdurchschnitt, bevor die einzige tägliche Erhöhung greift.
- Zwischen 17 und 22 Uhr sinken die Preise meist wieder — eine gute Alternative für Berufstätige.
- Frühmorgens (5 bis 8 Uhr) ist Tanken teurer als noch 2024 — die alte Regel "morgens billig" gilt nicht mehr.
- Sonn- und Feiertage sind oft teurer, weil weniger Tankstellen geöffnet sind und der Wettbewerb geringer ist.
An Wochentagen liegen die niedrigsten Preise meist Dienstag und Mittwoch. Vor langen Wochenenden, Feiertagen und Schulferienbeginn ziehen die Preise spürbar an — wer am Donnerstag vor dem Wochenende noch volltankt, spart oft 5 bis 10 Cent pro Liter.
Apps und Vergleichsportale: so finden Sie die günstigste Tankstelle
Tank-Apps nutzen die Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) und zeigen Ihnen in Echtzeit, wo der Sprit gerade am billigsten ist. Diese Apps sind 2026 die zuverlässigsten:
- ADAC Spritpreise — Echtzeitpreise, Routenplanung, Preisalarm. Kostenlos auch für Nicht-Mitglieder. Beliebteste App in Deutschland.
- clever-tanken.de — große aktive Community, die Preise meldet und korrigiert. Bietet einen Preiswecker, der Sie informiert, wenn Ihr Wunschpreis erreicht ist.
- Tankerkönig — Open-Source-Schnittstelle der Markttransparenzstelle. Liefert die Rohdaten für viele andere Apps und ist ideal für technikaffine Nutzer.
- mehr-tanken — übersichtliche Oberfläche, gute Filter nach Marken, Routenoption.
- ADAC Maps — kombiniert Tank- und Werkstattsuche mit Verkehrsdaten.
Tipp: Aktivieren Sie in der App Ihrer Wahl den Preisalarm für Ihre Stamm-Tankstelle und Ihre Pendlerstrecke. Sobald der Liter unter Ihre Wunschmarke fällt, erhalten Sie eine Push-Nachricht. Realistische Einsparung laut ADAC: 5 bis 10 Cent pro Liter, also 3 bis 6 Euro pro Tankfüllung bei einem 60-Liter-Tank.
Welche Tankstellen sind 2026 günstig — und welche teuer?
Der Markentankstellenmarkt in Deutschland wird von fünf großen Anbietern dominiert: Aral, Shell, Esso, Total und Jet. Hinzu kommen freie Tankstellen, Supermarkt-Tankstellen und Marken wie HEM, Star, Avia oder Sprint.
- Günstig: Jet ist laut langjähriger ADAC-Auswertung mit Abstand am günstigsten. Auch HEM, Star, Sprint, Tankstellen an Supermärkten (z. B. Kaufland, real) und freie Tankstellen liegen meist unter dem Schnitt.
- Mittelfeld: Esso und Total bewegen sich oft im Mittelfeld.
- Teuer: Aral und Shell sind die teuersten Markentankstellen — im Schnitt 5,8 Cent pro Liter mehr als Jet. Autobahn-Tankstellen aller Marken kosten meist 20 bis 30 Cent pro Liter mehr.
Ein Tipp: Nutzen Sie Autobahn-Tankstellen nur im Notfall. Fahren Sie lieber 1 bis 2 Kilometer ab und tanken Sie an einer Jet- oder freien Tankstelle in der nächsten Ortschaft. Bei einem 60-Liter-Tank sparen Sie schnell 15 bis 20 Euro.
Spar-Tipps beim Fahren: bis zu 20 Prozent weniger Verbrauch
Der billigste Liter ist der, den Sie nicht verbrauchen. Mit der richtigen Fahrweise und Wartung lassen sich nach ADAC-Schätzungen bis zu 20 Prozent Sprit sparen. Das macht bei einem Verbrauch von 7 Litern auf 100 km schnell 1,4 Liter aus — pro 100 km also 2,80 Euro.
- Reifendruck prüfen. Zu niedriger Reifendruck erhöht den Verbrauch um bis zu 6 Prozent. Pumpen Sie 0,3 bis 0,5 bar über die Herstellerempfehlung — das spart Sprit ohne Komforteinbuße. Mindestens alle 14 Tage kontrollieren.
- Niedertourig fahren. Schalten Sie früh hoch. Bei 50 km/h reicht der 4. oder 5. Gang. Halten Sie die Drehzahl unter 2.000 U/min.
- Vorausschauend fahren. Wer nicht ständig bremst und beschleunigt, spart Energie. Lassen Sie das Auto vor Ampeln und Kreuzungen ausrollen.
- Eco-Modus aktivieren. Moderne Automatikfahrzeuge schalten im Eco-Modus früher hoch und später runter — das senkt den Verbrauch spürbar.
- Klimaanlage sparsam einsetzen. Eine laufende Klimaanlage verbraucht 0,3 bis 1,5 Liter zusätzlich pro 100 km. Bei niedriger Geschwindigkeit lieber Fenster öffnen.
- Unnötiges Gewicht raus. Jeder Dachträger, jede Box und jedes Werkzeug im Kofferraum kostet Sprit. Ein Dachträger erhöht den Verbrauch durch den Luftwiderstand um bis zu 20 Prozent.
- Motor nicht warmlaufen lassen. Direkt nach dem Start losfahren, aber niedertourig. Standzeit über 20 Sekunden? Motor abstellen.
- Tempomat clever nutzen. Auf der Autobahn bei 110 bis 120 km/h fahren statt 140. Der Verbrauch sinkt um 15 bis 20 Prozent.
- Nicht ganz volltanken. 5 Liter weniger im Tank bedeuten 4 kg weniger Gewicht. Über lange Zeit summiert sich das.
E-Auto vs. Verbrenner: lohnt sich der Wechsel?
Bei den aktuellen Spritpreisen rechnen sich Elektroautos schneller als noch vor zwei Jahren. Eine grobe Beispielrechnung für 15.000 km im Jahr:
- Verbrenner (7 L/100 km, E10 zu 1,98 €): rund 2.080 Euro Spritkosten pro Jahr.
- E-Auto (18 kWh/100 km, Haushaltsstrom 35 ct/kWh): rund 945 Euro Stromkosten pro Jahr.
- E-Auto mit Wallbox + PV-Strom (15 ct/kWh): rund 405 Euro pro Jahr.
Hinzu kommen niedrigere Wartungskosten und die KfZ-Steuerbefreiung für E-Autos bis 2030. Allerdings ist der Anschaffungspreis höher, und der Wertverlust bei E-Autos ist 2025 und 2026 stark gewesen. Wer viel auf der Langstrecke fährt und keine eigene Lademöglichkeit hat, kann mit einem effizienten Diesel-Hybrid oft günstiger fahren. Wer einen Stellplatz mit Wallbox hat und überwiegend Pendelstrecken zurücklegt, profitiert deutlich vom Umstieg.
Ein Zwischenschritt ist der Hybrid, vor allem als Plug-in-Hybrid mit Lademöglichkeit zu Hause. Bei Kurzstrecken fahren Sie elektrisch, auf der Langstrecke nutzen Sie den Verbrenner. Achten Sie auf den realistischen elektrischen Reichweitenwert (mindestens 60 km nach WLTP), sonst rechnet sich der Mehrpreis nicht.
Diesel-Diskussion und KfZ-Steuer 2026
Die politische Debatte um eine höhere Dieselsteuer flammt 2026 erneut auf. Aktuell ist Diesel noch durch eine niedrigere Energiesteuer privilegiert (47,04 Cent gegenüber 65,45 Cent bei Benzin). Eine Angleichung würde Diesel um rund 20 Cent pro Liter teurer machen — bei einem 60-Liter-Tank also rund 12 Euro mehr pro Tankfüllung. Beschlossen ist bisher nichts, doch wer einen neuen Diesel kauft, sollte mittelfristig mit höheren Betriebskosten rechnen.
Die KfZ-Steuer bleibt 2026 unverändert: Sie richtet sich nach Hubraum und CO2-Ausstoß. Für ältere Diesel ohne Euro-6-Norm sind die Kosten besonders hoch. E-Autos sind weiterhin bis 2030 von der KfZ-Steuer befreit, danach gelten reduzierte Sätze.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Tanken 2026 am günstigsten?
Seit der Regeländerung im April 2026 dürfen Tankstellen den Preis nur einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Am günstigsten ist Tanken daher kurz vor 12 Uhr mittags. Eine gute Alternative ist die Zeit zwischen 17 und 22 Uhr. Frühmorgens und sonntags ist Tanken meist teurer.
Warum ist Diesel manchmal teurer als Benzin?
Diesel hat eine niedrigere Energiesteuer als Benzin (47,04 Cent gegenüber 65,45 Cent pro Liter), war deshalb lange günstiger. 2026 dreht sich das Bild teilweise: Die Nachfrage nach Diesel ist im Frühjahr und in der Reisesaison hoch, der CO2-Aufschlag ist mit 20,5 Cent pro Liter höher als bei Benzin (18,6 Cent), und die Raffinerien produzieren saisonal weniger Diesel. Außerdem gilt seit 2026 ein höherer Bio-Anteil-Aufschlag.
Welche App ist die beste zum Spritsparen?
Für die meisten Autofahrer ist die ADAC Spritpreise App die beste Wahl. Sie ist auch für Nicht-Mitglieder kostenlos, hat eine sehr gute Datenqualität und bietet Routenplanung sowie Preisalarm. Wer mehr Community-Features mag, ist mit clever-tanken gut bedient.
Lohnt sich Super E5 oder reicht E10?
Praktisch alle Benziner ab Baujahr November 2010 vertragen Super E10 problemlos. Der Verbrauchsunterschied liegt unter 1 Prozent, der Preisunterschied bei 5 bis 6 Cent pro Liter. Wer im Zweifel ist, sollte auf der Webseite des Verkehrsministeriums oder beim Hersteller nachsehen. Für die meisten Fahrer ist E10 die deutlich günstigere Wahl.
Was bringt der Tankrabatt im Mai und Juni 2026?
Der Bund senkt die Energiesteuer vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 um 14,04 Cent pro Liter Benzin und Diesel. Inklusive der reduzierten Mehrwertsteuer macht das rund 17 Cent Entlastung pro Liter aus, sofern die Tankstellen die Senkung vollständig weitergeben. Bei einer 60-Liter-Tankfüllung sind das rund 10 Euro Ersparnis.
Wie viel kann ich mit Spar-Tipps tatsächlich sparen?
Realistisch sind 10 bis 20 Prozent Verbrauchsreduktion durch sparsame Fahrweise, korrekten Reifendruck und das Vermeiden unnötiger Lasten. Bei 15.000 km Jahresfahrleistung und 7 Litern Verbrauch sind das 200 bis 400 Euro pro Jahr. Wer dazu konsequent günstige Tankstellen nutzt und Apps einsetzt, kann weitere 100 bis 200 Euro sparen.
Wird Tanken 2026 noch teurer?
Der CO2-Preis steigt jährlich weiter — 2027 wird er voraussichtlich auf 65 bis 75 Euro pro Tonne springen, was weitere 2 bis 3 Cent pro Liter bedeutet. Die Energiesteuer-Senkung läuft Ende Juni 2026 aus. Ab Juli 2026 ist daher mit wieder höheren Preisen zu rechnen. Langfristig bleiben fossile Kraftstoffe in Deutschland teuer — ein guter Grund, das eigene Fahrverhalten zu optimieren.