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Saint Paul: Die Hauptstadt von Minnesota und ihre Geschichte

Veröffentlicht 18. Oktober 2025 Aktualisiert 15. Juni 2026

Was ist die Hauptstadt von Minnesota und warum diese Stadt?

Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Minnesota ist Saint Paul. Die Stadt liegt im Nordosten des Staates, am westlichen Ufer des Mississippi, und bildet gemeinsam mit der Nachbarstadt Minneapolis das urbane Herz Minnesotas, das sogenannte „Twin Cities"-Metropolgebiet. Mit einer Bevölkerung von rund 310.000 Einwohnern (2026) ist Saint Paul die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates. Doch warum wurde ausgerechnet Saint Paul zur Hauptstadt bestimmt – und nicht das weitaus bekanntere Minneapolis?

Was ist die Hauptstadt von Minnesota und warum diese Stadt?

Die Entstehung von Saint Paul

Die Geschichte von Saint Paul beginnt nicht mit einer politischen Entscheidung, sondern mit einer Kapelle. Im Jahr 1841 errichtete der französisch-kanadische Missionar Lucien Galtier eine einfache Holzkapelle am Ufer des Mississippi und weihte sie dem Apostel Paulus. Die Siedlung, die sich um diese Kapelle entwickelte, übernahm den Namen des Heiligen: Saint Paul.

Ein entscheidender Faktor für das frühe Wachstum der Siedlung war ihre geografische Lage: Saint Paul befand sich am nördlichsten schiffbaren Punkt des Oberen Mississippi. Boote, die flussaufwärts fuhren, konnten nur bis hierher gelangen; weiter nördlich war der Fluss zu flach und zu felsig für den Gütertransport. Lambert's Landing, die damalige Anlegestelle, wurde damit zum Tor zum Oberen Mittleren Westen. Siedler, Händler und Abenteurer, die in die Dakota-Territorien oder nach Minnesota weiterzogen, machten in Saint Paul Halt und sorgten für wirtschaftliches Leben.

Hinzu kam die Nähe zu Fort Snelling, der ersten bedeutenden Militäranlage der Vereinigten Staaten in dieser Region. Das Fort, errichtet an der Mündung des Minnesota River in den Mississippi, bot militärischen Schutz und zog Händler, Soldaten und Versorgungslieferanten in die Umgebung. Saint Paul profitierte unmittelbar von dieser Infrastruktur und wuchs schnell zur dominierenden Siedlung der Region heran.

Warum Saint Paul zur Hauptstadt wurde

Als der US-Kongress im März 1849 das Minnesota-Territorium offiziell gründete, war Saint Paul bereits die größte und bedeutendste Ortschaft im Gebiet – abgesehen vom Militärposten Fort Snelling selbst. Es war daher eine pragmatische Wahl: Im November 1849 bestimmte die Legislativversammlung des neuen Territoriums Saint Paul zu seiner Hauptstadt.

Die Stadt wurde 1854 offiziell als Stadt (City) eingetragen. Als Minnesota am 11. Mai 1858 als 32. Bundesstaat in die Union aufgenommen wurde, war die Hauptstadtfrage längst geklärt: Saint Paul übernahm die Rolle nahtlos als Staatshauptstadt. Zu diesem Zeitpunkt war die Stadt mit Regierungsgebäuden, einer etablierten Handelstradition und einer gut ausgebauten Infrastruktur bestens aufgestellt, um diese Funktion zu erfüllen.

Die dramatische Geschichte um Joe Rolette

Dass Saint Paul heute noch die Hauptstadt ist, verdankt die Stadt auch einem der kuriosesten politischen Skandale der amerikanischen Geschichte. Im Jahr 1857, kurz vor der Aufnahme Minnesotas als Bundesstaat, beschloss die Territoriallegislative, die Hauptstadt von Saint Paul in die zentraler gelegene Stadt Saint Peter zu verlegen. Ein entsprechendes Gesetz wurde in beiden Kammern verabschiedet.

Doch dann handelte Joseph „Joe" Rolette, ein Abgeordneter aus dem Norden Minnesotas. Rolette, bekannt für seine unorthodoxen Methoden und seine Ablehnung der Verlegung, stahl kurzerhand den Gesetzestext der Vorlage und tauchte für mehrere Tage unter. Ohne das Originaldokument konnte der Gouverneur das Gesetz nicht unterzeichnen. Die Frist verstrich, und die Hauptstadtverlegung scheiterte an einem einzigen Dokument, das in den Händen eines querköpfigen Abgeordneten verschwunden war. Saint Paul blieb Hauptstadt – und Rolette gilt seither als schillernde Figur der Staatsgeschichte.

Das Kapitolgebäude: Ein architektonisches Meisterwerk

Das heutige Minnesota State Capitol ist das dritte Kapitolgebäude des Staates. Der erste Bau fiel 1881 einem Feuer zum Opfer; der zweite erwies sich angesichts des raschen Bevölkerungswachstums schon kurz nach seiner Fertigstellung als zu klein. Das aktuelle Gebäude wurde vom renommierten Architekten Cass Gilbert entworfen und nach neunjähriger Bauzeit am 2. Januar 1905 der Öffentlichkeit übergeben – zu Gesamtkosten von 4,5 Millionen US-Dollar.

Das Kapitol besticht durch seinen Baustil der amerikanischen Beaux-Arts-Tradition und seine imposante Kuppel, die als zweitgrößte freistehende Marmorkuppel der Welt gilt – übertroffen nur vom Petersdom im Vatikan. Im Inneren bietet das Gebäude über 28.000 Quadratmeter Nutzfläche. Es beherbergt den Senat und das Repräsentantenhaus von Minnesota sowie die Büros des Gouverneurs und des Generalstaatsanwalts. Von 2013 bis 2017 wurde das Gebäude umfassend restauriert und erstrahlt seither wieder in ursprünglichem Glanz.

Saint Paul heute

Saint Paul ist heute ein wirtschaftlich bedeutendes Zentrum, das eng mit Minneapolis verflochten ist. Die Metropolregion Minneapolis–Saint Paul erwirtschaftete 2022 ein Bruttoinlandsprodukt von rund 277 Milliarden US-Dollar und zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsregionen zwischen Chicago und der Westküste. Im Großraum haben 17 Fortune-500-Unternehmen ihren Sitz, darunter 3M, Ecolab und General Mills.

Saint Paul selbst ist bekannt für seine Stärken in den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung, Finanzdienstleistungen und Technologie. Die Stadt gilt als politisches und administratives Zentrum des Staates, während Minneapolis die wirtschaftliche und kulturelle Metropole darstellt – eine klassische Zweiteilung, wie sie in vielen US-Bundesstaaten zwischen Hauptstadt und größter Stadt zu beobachten ist.

Die Bevölkerung ist in den letzten Jahren leicht rückläufig: Schätzungen für 2026 gehen von rund 305.000 bis 312.000 Einwohnern aus, womit Saint Paul die zweitgrößte Stadt Minnesotas bleibt. Die Stadt zeichnet sich durch eine ausgeprägte kulturelle Vielfalt, ein lebendiges Viertelsleben und eine starke Identität als politisches Herz Minnesotas aus.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Hauptstadt von Minnesota?

Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Minnesota ist Saint Paul. Die Stadt liegt am Oberen Mississippi und bildet gemeinsam mit Minneapolis die sogenannten „Twin Cities". Saint Paul ist seit der Gründung des Minnesota-Territoriums im Jahr 1849 Hauptstadt und behielt diesen Status bei der Aufnahme Minnesotas als Bundesstaat 1858.

Warum ist Saint Paul und nicht Minneapolis die Hauptstadt von Minnesota?

Saint Paul war bei der Gründung des Minnesota-Territoriums 1849 bereits die größte und bedeutendste Siedlung der Region, begünstigt durch seine Lage am nördlichsten schiffbaren Punkt des Mississippi und die Nähe zu Fort Snelling. Minneapolis entwickelte sich erst danach zur bevölkerungsreichsten Stadt. Die Hauptstadtrolle verblieb bei Saint Paul, das zum Zeitpunkt der politischen Entscheidungen bereits bestens etabliert war.

Was ist das Kapitolgebäude von Minnesota?

Das Minnesota State Capitol in Saint Paul wurde vom Architekten Cass Gilbert entworfen und 1905 eröffnet. Es beherbergt den Gouverneur, den Generalstaatsanwalt sowie Senat und Repräsentantenhaus des Staates. Die Kuppel des Gebäudes gilt als zweitgrößte freistehende Marmorkuppel der Welt, nach dem Petersdom in Rom.

Wer hat verhindert, dass die Hauptstadt von Saint Paul nach Saint Peter verlegt wurde?

Der Abgeordnete Joseph „Joe" Rolette verhinderte 1857 die Verlegung der Hauptstadt nach Saint Peter, indem er den Gesetzestext der Verlegungsvorlage stahl und bis zum Ablauf der gesetzlichen Frist versteckt hielt. Ohne das Originaldokument konnte der Gouverneur das Gesetz nicht unterzeichnen, und Saint Paul blieb Hauptstadt.

Wie viele Einwohner hat Saint Paul im Jahr 2026?

Saint Paul hat im Jahr 2026 schätzungsweise rund 305.000 bis 312.000 Einwohner und ist damit die zweitgrößte Stadt Minnesotas nach Minneapolis. Die Bevölkerung ist seit dem Zensus 2020 leicht rückläufig.

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