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Zimt bei Erkältung: Wirkung, Inhaltsstoffe und Anwendung

Veröffentlicht 17. Juni 2025 Aktualisiert 15. Juni 2026

Wie hilft Zimt bei Erkältung und was bewirkt er?

Zimt gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt und wird seit Jahrtausenden nicht nur in der Küche, sondern auch als Hausmittel bei Erkältungen, Husten und Halsweh eingesetzt. Bereits in der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda galt er als wärmendes Heilmittel gegen Kälte und Atemwegsinfekte. Was steckt hinter diesem Ruf – und was sagt die moderne Wissenschaft dazu?

Wie hilft Zimt bei Erkältung und was bewirkt er?

Wirkstoffe im Zimt, die bei Erkältungen relevant sind

Die gesundheitlichen Eigenschaften des Zimts gehen vor allem auf sein ätherisches Öl zurück, dessen Hauptbestandteil das Zimtaldehyd (Cinnamaldehyd) ist. Je nach Zimtsorte macht es bis zu 70 Prozent des ätherischen Öls aus. Daneben enthält echter Ceylon-Zimt nennenswerte Mengen Eugenol, das auch in Nelken vorkommt und für den charakteristisch würzigen Duft mitverantwortlich ist. Weitere relevante Inhaltsstoffe sind Zimtsäure, verschiedene Polyphenole und Gerbstoffe.

Diese Verbindungen werden in Laborstudien mit einer Reihe von Eigenschaften in Verbindung gebracht, die bei Erkältungserkrankungen von Bedeutung sein können:

  • Antimikrobielle Wirkung: Zimtaldehyd zeigt in vitro Aktivität gegen eine Vielzahl von Bakterien und Pilzen. Es stört die Zellmembran von Mikroorganismen und hemmt deren Wachstum.
  • Antivirale Wirkung: Laboruntersuchungen belegen, dass Zimtaldehyd gegen Adenoviren wirksam sein kann – eine Erregergruppe, die häufig Atemwegsinfektionen verursacht. Eugenol wiederum zeigte Aktivität gegen Herpesviren. Eine Studie untersuchte zudem Nanopartikel aus Zimtextrakt gegen den Influenza-A-Stamm H7N3 und konnte im Zellmodell eine hemmende Wirkung nachweisen.
  • Entzündungshemmende Wirkung: Polyphenole und Zimtaldehyd hemmen bestimmte Entzündungsmediatoren (u. a. Prostaglandine) und können so die typischen Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Schleimhautschwellungen und Kopfschmerzen lindern.
  • Antioxidative Wirkung: Zimt neutralisiert freie Radikale und wirkt damit dem oxidativen Stress entgegen, der das Immunsystem bei Infektionen belastet.
  • Immunmodulatorische Wirkung: Es gibt Hinweise, dass Zimt die körpereigene Immunantwort unterstützen kann, indem er bestimmte Immunzellen aktiviert – wenngleich die genauen Mechanismen beim Menschen noch nicht vollständig geklärt sind.

Wie wirkt Zimt konkret bei einer Erkältung?

Bei einer Erkältung können mehrere Wirkmechanismen des Zimts gleichzeitig greifen. Die wärmende Eigenschaft des Gewürzes fördert die Durchblutung der Schleimhäute und kann bei Schüttelfrost oder Kältegefühl angenehm sein. Der Dampf eines heißen Zimttees wirkt schleimlösend und befeuchtet die Atemwege.

Die antibakteriellen und antiviralen Verbindungen können im Rachen- und Mundraum lokal wirken – besonders relevant bei bakteriellen Begleitinfektionen im Halsbereich. Gegen Halsschmerzen hat sich Zimttee traditionell bewährt, auch wenn klinische Studien an Menschen fehlen, die diese Wirkung eindeutig belegen.

Die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe können Schwellungen der Nasenschleimhaut und des Rachens mildern und so die Atmung erleichtern. In Kombination mit Honig – der selbst antibakteriell wirkt und den Hals beruhigt – ergibt sich ein synergistisches Hausmittel, das in der Volksmedizin vieler Kulturen überliefert ist.

Ceylon-Zimt oder Cassia-Zimt – ein wichtiger Unterschied

Im Handel sind vor allem zwei Zimtsorten verbreitet: Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) und Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia). Wer Zimt regelmäßig als Hausmittel nutzen möchte, sollte diesen Unterschied kennen:

  • Cassia-Zimt ist der günstigere und in Europa häufigere Supermarkt-Zimt. Er enthält deutlich höhere Mengen Cumarin, das bei regelmäßig hoher Zufuhr leberschädigend wirken kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, die Aufnahme zu begrenzen.
  • Ceylon-Zimt (auch „echter Zimt") enthält nur minimale Spuren von Cumarin und gilt als unbedenklicher für die regelmäßige Einnahme. Er ist aromatisch milder und dünn gerollt, während Cassia-Stangen hartschalig und dunkel sind.

Für die gezielte Nutzung bei Erkältungen – besonders wenn täglich eingenommen – ist Ceylon-Zimt die empfehlenswertere Wahl.

Anwendung und Hausmittel-Rezepte

Es gibt verschiedene bewährte Möglichkeiten, Zimt bei einer Erkältung anzuwenden:

Zimttee

Eine Zimtstange (oder einen Teelöffel gemahlenen Ceylon-Zimt) in 200–250 ml heißem Wasser für 10–15 Minuten ziehen lassen. Der Tee kann mit Honig gesüßt werden. Warm trinken – zwei bis drei Tassen täglich bei akuten Beschwerden.

Honig-Zimt-Mischung

Ein bewährtes Hausmittel ist die Mischung aus einem Esslöffel Honig und einem viertel Teelöffel Ceylon-Zimt, die dreimal täglich eingenommen wird. Honig und Zimt ergänzen sich in ihrer antibakteriellen Wirkung und können Halsschmerzen lindern. Kleinkinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig erhalten (Botulismus-Risiko).

Zimt in Heiß-Getränken

Zimt lässt sich gut in Ingwertee, heiße Zitrone oder Hagebuttentee einrühren und ergänzt deren erkältungsbekämpfende Eigenschaften. Die Kombination mit Ingwer (ebenfalls antimikrobiell und entzündungshemmend) gilt als besonders wirksam.

Dosierung

Als Richtwert gelten ein bis zwei Teelöffel Ceylon-Zimt pro Tag als unbedenklich für gesunde Erwachsene. Bei Cassia-Zimt empfiehlt das BfR, nicht mehr als 0,1 mg Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht täglich aufzunehmen – was bei einem 70-kg-Erwachsenen rund 7 mg Cumarin entspricht.

Was Zimt nicht kann – wissenschaftliche Einordnung

Trotz der vielversprechenden Laborergebnisse ist die Studienlage am Menschen bisher begrenzt. Die meisten Untersuchungen zu den antiviralen und antimikrobiellen Eigenschaften von Zimt wurden in vitro (im Reagenzglas) oder im Tiermodell durchgeführt. Großangelegte klinische Studien, die eine klare Wirksamkeit bei menschlichen Erkältungsinfektionen belegen, fehlen bislang.

Zimt kann eine Erkältung weder verhindern noch heilen. Er wirkt symptomlindernd und immununterstützend, ersetzt aber keine ärztliche Behandlung bei schweren oder länger anhaltenden Beschwerden. Bei Fieber über 39 °C, starken Halsschmerzen, Atemnot oder Erkrankungen, die länger als zehn Tage andauern, ist ärztlicher Rat unverzichtbar.

Häufig gestellte Fragen

Hilft Zimttee wirklich bei Erkältungen?

Zimttee kann Erkältungssymptome lindern: Die Wärme befeuchtet die Atemwege, Zimtaldehyd wirkt antimikrobiell und entzündungshemmend. Er heilt eine Erkältung nicht, kann aber das Wohlbefinden verbessern und das Immunsystem unterstützen.

Welchen Zimt sollte man bei Erkältungen verwenden?

Empfohlen wird Ceylon-Zimt, da er kaum Cumarin enthält und bei regelmäßiger Einnahme unbedenklicher ist als der cumarinreiche Cassia-Zimt aus dem normalen Supermarkt.

Wie oft sollte man Zimttee bei einer Erkältung trinken?

Zwei bis drei Tassen täglich gelten als sinnvoll. Ein bis zwei Teelöffel Ceylon-Zimt pro Tag sind für gesunde Erwachsene unbedenklich.

Kann man Zimt mit Honig gegen Erkältungen kombinieren?

Ja – Honig und Zimt ergänzen sich gut. Honig wirkt selbst antibakteriell, beruhigt gereizte Rachenschleimhäute und mildert Husten. Die klassische Mischung: ein Esslöffel Honig mit einem viertel Teelöffel Zimt, dreimal täglich eingenommen. Achtung: Für Kinder unter einem Jahr ist Honig nicht geeignet.

Kann Zimt eine Erkältung verhindern?

Als vorbeugendes Mittel gibt es keine gesicherten klinischen Belege. Zimt kann das Immunsystem unterstützen und wirkt antioxidativ, ersetzt aber keine Schutzmaßnahmen wie ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf oder im Einzelfall eine Grippeschutzimpfung.

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