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Die Habsburger Kaiser von Österreich – Geschichte und Herrschaft

Veröffentlicht 4. Januar 2025 Aktualisiert 15. Juni 2026

Wie war der österreichische Kaiser der Habsburger?

Die Habsburger zählen zu den bedeutendsten Herrscherdynastien Europas. Über mehr als sechs Jahrhunderte prägten sie das Heilige Römische Reich und später das Kaiserreich Österreich sowie die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Der Begriff „österreichischer Kaiser" bezieht sich im engeren Sinne auf jene Herrscher, die ab 1804 den Titel „Kaiser von Österreich" trugen – doch die Geschichte dieser Herrscherfamilie reicht weit tiefer in die europäische Vergangenheit zurück.

Wie war der österreichische Kaiser der Habsburger?

Die Habsburger als europäische Großmacht

Das Haus Habsburg – benannt nach der Burg Habsburg im heutigen Kanton Aargau (Schweiz), erbaut um 1020 – stieg im Laufe des Mittelalters zur mächtigsten Herrscherfamilie Europas auf. Der entscheidende Wendepunkt kam im Jahr 1273, als Rudolf I. als erster Habsburger zum deutschen König gewählt wurde. Mit der Belehnung seiner Söhne mit Österreich, der Steiermark und Krain legte er den Grundstein für die österreichische Linie der Dynastie.

Ein zentrales Prinzip der habsburgischen Machtpolitik war die gezielte Heiratsstrategie, zusammengefasst im lateinischen Motto: „Bella gerant alii, tu felix Austria nube" – „Kriege mögen andere führen, du glückliches Österreich heirate." Besonders unter Kaiser Maximilian I. (1459–1519) wurden durch kluge Eheschließungen Burgund, Spanien und Böhmen-Ungarn mit dem Haus Habsburg verbunden.

Die Habsburger als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches

Seit Friedrich III., der 1452 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt wurde, stellten die Habsburger mit kurzer Unterbrechung bis zur Auflösung des Reichs 1806 fast ununterbrochen den Kaiser. Herausragend war die Herrschaft Karls V. (1519–1556), der ein Weltreich regierte, „in dem die Sonne nie unterging" – sein Herrschaftsgebiet umfasste neben dem Reich auch Spanien, die Niederlande und große Teile Amerikas.

Nach Karls V. Abdankung teilte sich die Habsburger Dynastie in eine spanische und eine österreichische Linie. Die österreichischen Habsburger blieben die dominante Kraft im Heiligen Römischen Reich, das sie bis zu seinem Ende im Jahr 1806 prägten. Bedeutende Herrscherpersönlichkeiten dieser Epoche sind unter anderem:

  • Ferdinand II. (Kaiser 1619–1637): Gegenspieler im Dreißigjährigen Krieg, Verfechter der Gegenreformation
  • Leopold I. (Kaiser 1658–1705): Abwehr der osmanischen Belagerung Wiens 1683
  • Karl VI. (Kaiser 1711–1740): Erlass der Pragmatischen Sanktion, die die Erbfolge seiner Tochter Maria Theresia sicherte
  • Maria Theresia (1740–1780): Obwohl keine Kaiserin des Reichs (ihr Gemahl Franz I. war Kaiser), war sie Erzherzogin von Österreich und Königin von Böhmen und Ungarn – eine der bedeutendsten Habsburgerinnen überhaupt
  • Josef II. (Kaiser 1765–1790): Aufgeklärter Absolutist, Reformer in Kirche, Staat und Gesellschaft

Das Kaisertum Österreich (1804–1867)

Im Jahr 1804 proklamierte sich Franz II., der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, zum Franz I., erblichen Kaiser von Österreich – in vorausschauender Reaktion auf Napoleons Kaiserkrönung und die drohende Auflösung des alten Reichsverbands. Bereits 1806 legte er die Krone des Heiligen Römischen Reiches nieder, nachdem Napoleon mit der Gründung des Rheinbunds die alte Reichsstruktur faktisch zerstört hatte.

Die Kaiserliste des Kaisertums Österreich umfasst drei Herrscher:

  • Franz I. (1804–1835): Restaurativer Herrscher, geprägt durch die Napoleonischen Kriege und den Wiener Kongress 1814/15; unter ihm entstand das konservative Metternich-System
  • Ferdinand I. (1835–1848): Wegen seiner Gutmütigkeit „der Gütige" genannt, regierte er aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nur nominell; sein Staatsminister Metternich übte faktisch die Macht aus
  • Franz Joseph I. (1848–1916): Mit 68 Jahren der am längsten regierende Habsburger Kaiser

Franz Joseph I. – der Jahrhundertkaiser

Franz Joseph I. (geboren 18. August 1830, gestorben 21. November 1916) ist die bekannteste und historisch bedeutendste Figur unter den österreichischen Kaisern. Er bestieg den Thron am 2. Dezember 1848 – im Alter von nur 18 Jahren – nach der Abdankung seines geistig eingeschränkten Onkels Ferdinand I. inmitten der revolutionären Unruhen von 1848.

Sein Reich umfasste in seiner Blütezeit über 50 Millionen Menschen und zahlreiche Völker: Deutsche, Ungarn, Tschechen, Polen, Slowaken, Kroaten, Slowenen, Rumänen, Italiener und viele mehr. Die Herausforderung, dieses Vielvölkerreich zu regieren, prägte seine gesamte Regentschaft. Wichtige Stationen seiner Herrschaft waren:

  • 1859: Verlust der Lombardei nach dem verlorenen Krieg gegen Frankreich und Sardinien
  • 1866: Niederlage gegen Preußen bei Königgrätz, Ausschluss Österreichs aus dem deutschen Staatenbund
  • 1867: Der Österreichisch-Ungarische Ausgleich schafft die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn
  • 1898: Ermordung seiner Gemahlin Kaiserin Elisabeth (Sisi) in Genf
  • 1914: Das Attentat auf Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo löst den Ersten Weltkrieg aus

Franz Joseph verkörperte für viele seiner Untertanen die Stabilität und Kontinuität eines alternden Reichs. Er arbeitete bis zu seinem Tod mit stoischer Pflichterfüllung und galt als Symbol einer untergegangenen Epoche. Sein Tod im November 1916 – mitten im Ersten Weltkrieg – markierte das beginnende Ende der Habsburgermonarchie.

Österreich-Ungarn (1867–1918)

Mit dem Ausgleich von 1867 entstand die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn: ein Konstrukt, in dem der Kaiser von Österreich zugleich König von Ungarn war, beide Reichshälften aber eigene Parlamente und Regierungen besaßen. Gemeinsam blieben Außenpolitik, das Heer und die Finanzen zur Finanzierung dieser gemeinsamen Angelegenheiten.

Dieses vielsprachige Gebilde umfasste auf dem Höhepunkt seiner Macht rund 680.000 Quadratkilometer und war die zweitgrößte Macht Europas nach dem Russischen Reich. Die inneren Spannungen zwischen den Nationalitäten, die Rivalität mit dem Deutschen Reich und dem Russischen Reich sowie der Erste Weltkrieg führten schließlich zum Zusammenbruch.

Karl I. – der letzte Kaiser

Karl I. (geboren 17. August 1887, gestorben 1. April 1922) bestieg nach dem Tod Franz Josephs am 21. November 1916 den Thron – als Kaiser von Österreich und König Karl IV. von Ungarn. Er war der Großneffe seines Vorgängers und war erst nach dem Attentat auf Franz Ferdinand 1914 in die unmittelbare Nachfolge gerückt.

Karl regierte in der schwierigsten Phase der Monarchie: mitten im Ersten Weltkrieg, bei wachsender Erschöpfung der Bevölkerung, militärischen Niederlagen und erstarkenden Nationalismen. Er versuchte durch geheime Friedenssondierungen den Krieg zu beenden – die sogenannten Sixtusaffäre 1917 –, scheiterte jedoch und verlor damit auch das Vertrauen des deutschen Verbündeten.

Am 11. November 1918 – demselben Tag, an dem Kaiser Wilhelm II. in Deutschland abdankte – unterzeichnete Karl eine Erklärung, in der er auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften in Österreich verzichtete. Zwei Tage später erfolgte der entsprechende Verzicht für Ungarn. Er wurde damit formell nicht abgesetzt, sondern verzichtete auf die Ausübung der Regierungsgewalt. Die Republik Österreich wurde am 12. November 1918 ausgerufen.

Karl starb 1922 im Exil auf Madeira, erst 34 Jahre alt. Im Jahr 2004 wurde er von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen – ein in der Geschichte einzigartiger Vorgang für einen Monarchen des 20. Jahrhunderts.

Das Erbe der Habsburger Kaiser

Das Habsburger Kaiserreich hinterließ ein kulturelles und architektonisches Erbe, das bis heute sichtbar ist: Die Wiener Hofburg, Schönbrunn, die Prachtbauten der Ringstraße, die Staatsoper und unzählige weitere Monumente zeugen von der Glanzzeit des Kaiserhauses. Die Habsburger förderten Kunst, Musik und Wissenschaften – Wien wurde zur Welthauptstadt der Klassik und Romantik.

Gleichzeitig hinterließ das Ende der Monarchie ein zersplittertes Mitteleuropa: Aus dem Habsburgerreich gingen Österreich, Ungarn, die Tschechoslowakei, Teile Polens, Jugoslawiens und Italiens hervor. Die Nachfolgestaaten kämpften jahrzehntelang mit den Folgen dieser politischen Neuordnung.

Das Haus Habsburg-Lothringen – der heutige offizielle Name der Dynastie – existiert als Familie fort. Karl von Habsburg, Urenkel des letzten Kaisers und langjähriges Mitglied des Europäischen Parlaments, ist heute einer der bekanntesten Vertreter der Familie.

Häufig gestellte Fragen

Wer war der bekannteste Habsburger Kaiser?

Der bekannteste österreichische Kaiser war Franz Joseph I., der von 1848 bis 1916 regierte – insgesamt 68 Jahre. Er ist das Symbol der Donaumonarchie und durch seine Gemahlin Kaiserin Elisabeth (Sisi) bis heute weltbekannt.

Wann wurde das Kaisertum Österreich gegründet?

Das Kaisertum Österreich wurde am 11. August 1804 von Franz II. (als Kaiser von Österreich: Franz I.) ausgerufen – in Vorwegnahme des Endes des Heiligen Römischen Reiches, das 1806 aufgelöst wurde.

Wer war der letzte Kaiser von Österreich?

Karl I. war der letzte Kaiser von Österreich. Er verzichtete am 11. November 1918 auf die Ausübung der Regierungsgewalt. Er starb 1922 im Exil auf Madeira und wurde 2004 seliggesprochen.

Was war Österreich-Ungarn?

Österreich-Ungarn war eine Doppelmonarchie, die 1867 durch den Österreichisch-Ungarischen Ausgleich entstand. Der habsburgische Herrscher war Kaiser von Österreich und zugleich König von Ungarn. Das Reich zerfiel 1918 am Ende des Ersten Weltkriegs in mehrere Nachfolgestaaten.

Wie viele Kaiser hatte Österreich insgesamt?

Als Kaiser von Österreich regierten vier Herrscher: Franz I. (1804–1835), Ferdinand I. (1835–1848), Franz Joseph I. (1848–1916) und Karl I. (1916–1918). Davor stellten die Habsburger fast ununterbrochen die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

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